13 Reasons Why – Season 1, Episode 1 – Recap

13 Reasons Why - Season 1, Episode 1 - Recap

Netflix widmet sich in 13 Reasons Why der gleichnamigen Romanvorlage von Jay Ashers. In 13 Episoden werden die 13 Gründe erzählt, warum sich die junge Hannah Baker das Leben genommen hat. Meinen ersten Eindruck der ambitionierten YA-Serie habe ich in meinem Pilot-Check auf moviepilot aufgeschrieben. Auch darüber hinaus kann ich das, was ich gesehen habe, nur empfehlen. 13 Reasons Why ist eine starke Serie, die sich irgendwo zwischen dem Geist von Paper Towns und The Edge of Seventeen wiederfindet.

[…] Aber genau dieses Einholen der (bisher) unerkannten Fehler fängt Tote Mädchen lügen nicht gekonnt ein und spinnt daraus eine einnehmende Coming-of-Age-Geschichte, die sich unmittelbar vor den Augen der Erwachsenen abspielt und dennoch für sie nicht (be-)greifbar ist. Zwischen übersprudelnden Emotionen und kratzigen Tonaufnahmen enthüllt sich hier die unvergleichliche „High School Experience“, die mit einer ganz gewöhnlichen Hausparty ihren Anfang nimmt und in einer verheerenden Katastrophe endet. In Mädchen lügen nicht geht es um die Art von Freunden, die nicht ersetzt werden können, aufgrund eines unbeschreiblichen Vertrauensbruchs jedoch zu genau den Menschen werden, die einem am meisten weh tun. „A rumor based on a kiss ruined a memory that I hoped it would be special“, gibt Hannah später zu Protokoll und bereitet damit perfekt das erneute Einsetzen von Joy Divisions niederschmetterndem Song Love Will Tears Us Apart mit den Credits vor.

Bitter und zynisch wirkt diese Kombination. Dazwischen wartet Tote Mädchen lügen nicht allerdings noch mit einem wahrhaft meisterlichen Moment auf: Clay steht im gleichen Gang, der bereits im Opening der Pilot-Episode zu sehen war. Die Kopfhörer, über die er Hannahs Kassetten hört, sind mittlerweile zum festen Bestandteil seiner täglichen Erscheinungsform geworden. Für einen Augenblick hält er inne und vergisst die Welt, ehe ein tröstendes Lächeln die plagende Ungewissheit verdrängt. Dann erklingt der Schulgong und unzählige Schüler strömen in Scharen auf den Gang, der sich mehr und mehr in ein Menschenmeer verwandelt, in dem Clay schließlich untergeht, bis er fast komplett unsichtbar ist. Hat er sich und seine Rolle in dieser Geschichte die ganze Zeit überschätzt? Ist er vielleicht nur einer dieser Passanten, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren und nun in etwas hineingezogen werden, das sie nicht mehr kontrollieren können? „Turn the tape over for more.“

13 Reasons Why © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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