16. Dezember 2016: 4 Star Wars Directors together

Star Wars

„A Statement Regarding Star Wars: Episode IX“, so lautete die Überschrift des jüngsten Posts auf der offiziellen Star Wars-Seite, der am Dienstag online ging. Kühl, neutral, sachlich. Ohne Nostalgie und Gefühle – ganz entgegen der Euphorie, mit der wenige Tage zuvor noch der zweite Force Friday gefeiert wurde. Danach liest sich die Meldung wie folgt:

Lucasfilm and Colin Trevorrow have mutually chosen to part ways on Star Wars: Episode IX. Colin has been a wonderful collaborator throughout the development process but we have all come to the conclusion that our visions for the project differ. We wish Colin the best and will be sharing more information about the film soon.

Keine drei Monate, nach der Bekanntgabe, dass Phil Lord und Chris Miller als Regisseure des Han Solo-Film gefeuert wurden, trennt sich Lucasfilm von seinem nächsten Regisseur. Dieses Mal in einem frühen Stadium der Vorproduktion, ähnlich wie es damals Josh Trank erging, der ursprünglich einmal einen Bobo Fett-Film drehen sollte. Da bisher keine konkreten Gründe für die Trennung genannt werden, können wir an dieser Stelle bloß spekulieren. Einerseits kam Colin Treverrows aktueller Indie-Film The Book of Henry weder bei der Kritik noch beim Publikum an. Andererseits wurde er unmittelbar nach dem Erfolg von Jurassic World engagiert, der bis heute nicht verblasst ist.

Vermutlich liegt das Problem aber wo ganz anders vergraben, nämlich in der kreativen Ausrichtung von Star Wars: Episode IX, bei dem offenbar gewaltige Probleme hinsichtlich des Drehbuchs existieren. War ursprünglich angedacht, dass General Leia eine zentrale Rolle im finalen Kapitel der neuen Trilogie einnehmen soll, mussten aufgrund von Carrie Fishers unerwartetem Tod viele Dinge umstrukturiert werden. Zuletzt gesellte sich Harry Potter and the Cursed Child-Autor Jack Thorne in den Kreis der Autoren, was nicht alle Beteiligten glücklich gemacht hat. Doch darum soll es an dieser Stelle eigentlich gar nicht gehen, da andernorts – etwa im Hollywood Reporter – bereits umfangreich darüber berichtet wurde.

Stattdessen soll hier einem unscheinbaren Schnappschuss gedacht werden, der letztes Jahr im Dezember entstand und kaum Aufmerksamkeit erhielt. Zu sehen sind Gareth Edwards, Chris Miller, Phil Lord und Colin Treverrow. „4 Star Wars Directors together“, liest sich die Bildunterschrift und ist damit in bescheidener Begeisterung kaum zu übertreffen. Der Grund, warum dieses Bild aber wirklich unsterblich ist, sind die strahlenden Gesichter der vier Regisseure, für die zweifelsohne ein Traum in Erfüllung ging. Zwar wusste man zu diesem Zeitpunkt bereits, dass bei den Dreharbeiten zu Rogue One: A Star Wars Story nicht alles so rund lief, wie es Lucasfilm gerne gehabt hätte. Dennoch bringt dieses Bild die einst so positive Aufbruchsstimmung der neuen Star Wars-Filme sehr schön auf den Punkt.

4 Star Wars Directors together

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Star Wars © Lucasfilm

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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