Alien: Covenant – Interview mit Ridley Scott

Alien: Covenant - Interview mit Regisseur Ridley Scott

Vor ein paar Wochen hatte die Möglichkeit für moviepilot ein Interview mit Ridley Scott zu führen. Anlass war Alien: Covenant, der mit dem morgigen Tag in Deutschland im Kino startet. Erneut schlägt das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt zu und fordert seine Opfer – dieses Mal allerdings im Rahmen eines Sequels, das gleichzeitig Prequel ist. Über diese faszinierende Verortung im Franchise habe  ich mich mit Ridley Scott unterhalten. Darüber hinaus ging es um zukünftige Expansionspläne, Sigourney Weavers mögliche Rückkehr und Neill Blomkampfs Alien-Film, der nie kommen wird. Darüber hinaus hat Ridley Scott ein paar spannende Sätze zur Arbeit mit nativem 3D gesagt und zum Schluss in Erinnerung an seine Mutter auch an Tony Scott gedacht. Ich war gerührt, aber gleichzeitig auch starr vor Ehrfurcht – immerhin befindet man sich nicht jeden Tag im gleichen Raum mit dem Regisseur von Alien und Blade Runner.

[…] Abseits davon fällt auf, dass Alien: Covenant im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht mehr in nativem 3D gedreht wurde. Sprich: Prometheus gehört bis heute zu den wenigen Filmen, die nicht erst später für eine 3D-Auswertung im Kino konvertiert, sondern direkt ab dem ersten Moment der Produktion als 3D-Film gedacht und konzipiert wurden. Aber woher kommt der Sinneswandel? „Ihre Entscheidung“, gibt Ridley Scott ein bisschen traurig über die verschenkten Möglichkeiten zu Protokoll und bezieht sich damit auf die Entscheidung des Studios. „Ich hätte definitiv wieder in 3D gedreht. 3D ist kein Problem und auch nicht kompliziert, wenn man mit dem richtig Team zusammenarbeitet, weiß, was man tut, und vor allem weiß, was man will. Dann ist 3D eine sehr einfache Angelegenheit.“ Trotzdem zeigt sich Ridley Scott zufrieden über die aktuelle Version von Alien: Covenant: „Ich finde, der Film funktioniert auch so, wie er nun ist.“

Das Alien-Franchise sowie Ridley Scott sind dem Lauf der Dinge im Filmgeschäft unterlegen, das sich im stetigen Wandel befindet. Eine Sache bleibt jedoch selbst sechs Filme später felsenfest bestehend: Die starken Frauenfiguren, die die Reihe seit Ellen Ripleys Debüt im ersten Alien-Film beherbergt. Alien: Covenant wartet mit der von Katherine Waterston verkörperten Daniels erneut mit einer Kämpfernatur auf, die sich furchtlos der Bestie in die Quere stellt. Woher kommt dieses Streben? „Das liegt daran, dass mich meine Mutter früher regelmäßig geschlagen hat“, scherzt Ridley Scott. Aber im Ernst: „Ich glaube, meine Mutter ist die stärkste Frau, die ich in meinem ganzen Leben kennengelernt habe. Sie hat zwei Söhne in die Welt gesetzt. Einer davon war Tony Scott und der andere sitzt hier. Sie hat einen ziemlich guten Job gemacht“, schließt er das Gespräch lächelnd und in Erinnerungen versunken ab.

Alien: Covenant © 20th Century Fox

Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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