American Gods – Season 1, Episode 1 – Recap

American Gods - Season 1, Episode 1 - Recap

Auf den letzten Metern bewies der April 2017 einmal mehr, warum er der geilste Serienmonat des bisherigen Jahres ist, denn der Auftakt von American Gods entpuppt sich als vielversprechendes Schlacht- und Dialogfest. Was habe ich jeden Augenblick mit Ian McShane genossen! Es wird absolut höchste Zeit, dass HBO endlich den Deadwood-Film in Auftrag gibt, von dem David Milch seit Jahren schwärmt. American Gods ist vorerst eine Entschädigung. Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung die Serie in Zukunft noch geht, zumal ich bisher von der Romanvorlage nur der Cover kenne. Auf moviepilot: American Gods – Die aufregende Neil Gaiman-Adaption im Pilot-Check

[…] Genauso wie der Protagonist der Geschichte wissen wir Zuschauer nicht, worauf wir uns mit American Gods einlassen. Eine feindselige Stimmung, die vor allem Ungewissheit versprüht, breitet sich fortwährend aus. Zum Glück lässt sich die Pilot-Episode vom raschen Tempo vergleichbarer Artgenossen nicht beeindrucken, sondern schreitet sorgsam beobachtend voran. Alleine das erste Gespräch zwischen Shadow Moon und Mr. Wednesday bietet sowohl den Schauspielern als den Figuren unglaublich viel Raum zur Entfaltung, obgleich sich alles in einer kleinen Flugzeugkabine abspielt, die zudem von einem unerbittlichen Gewitter ständig in Unruhe versetzt wird. Alleine die Kulisse fördert die Anspannung zwischen den beiden Gesprächsteilnehmern, die sich langsam zueinander vortasten, ehe sie nach und nach ihre Karten aufdecken. Auch später bleibt diese Intensität in den Unterhaltungen zwischen den verschiedenen Figuren erhalten.

Abseits der umfangreichen Dialogpassagen lässt sich American Gods hingebungsvoll von seinem fantastischen wie eigenwilligen Setting treiben. Auf den Prolog, der viele Jahrhunderte in der Vergangenheit angesiedelt ist, folgen faszinierende Traumwelten, die durch ihrer Gestaltung jeglichen Atem rauben und einen Vorgeschmack auf das liefern, was uns in dieser Serie alles erwartet. Es ist ein bisschen so, als hätte sich die visuelle Kraft aus The Fall mit Neil Gaimans göttlicher Abenteuergeschichte vereint: Wo eben noch ein Büffel mit brennenden Augen direkt aus der Hölle gekrochen kam, erstrahlen im nächsten Moment die Sterne des Himmels in allen erdenklichen Farben, während die Wurzeln der Bäume in einem Meer aus Knochen und Schädeln verschwinden. American Gods ist in ihrem Eigensinn eine überaus ambitionierte, ja vielleicht auch fordernde Serie und könnte sich in den nächsten Wochen ein ein prächtiges Götter-Monstrum verwandeln.

American Gods © Starz

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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