Berlinale 2016 – Tagebuch oder so

Berlinale 2016 - Tagebuch oder so

Hallo Welt, hier entsteht ein Berlinale-Tagebuch. Hauptsächlich bin ich dieses Jahr zwar für diese eine kleine Filmseite namens moviepilot akkreditiert, da ich allerdings auch schon in den vergangenen zwei Jahren (2014, 2015) an dieser Stelle über die Filme der Berlinale und das ganze Drumherum berichtet habe, werde ich es auch in den folgenden elf Tagen wieder tun. Viel mehr Erklärung braucht es eigentlich nicht – insofern: auf eine wundervolle Berlinale 2016!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Okay, ich schummle schon. Eigentlich geht’s erst morgen los. Da ich heute aber mit Jenny und Lennard unsere Akkreditierungsausweise abgeholt habe, dachte ich, kann ich die Gelegenheit auch nutzen, um gleich ein erstes Update zu schreiben. Ich weiß auch nicht wovor ich da auf dem Bild im Traum erschrocken bin. Whatevs.

Hello, Berlinale! #Berlinale #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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Gestern kam übrigens schon mein erster Text online, den ich eigentlich nur geschrieben habe, um die Frage zu stellen, warum Clive Owen nie in einem Harry Potter-Film zu sehen war. Ich prangere das an! Ansonsten geht es in den 1850 Wörter, für die ich mit einem sträflichen Blick des korrekturlesenden Redakteurs belohnt wurde, um die anderen Menschen, die sich in den kommenden Tagen mit Clive Owen um die Vergabe des Goldenen Bären streiten dürfen.

Außerdem habe ich hier eine Liste angefangen, auf der ich alle Filme und Serien eintrage, die ich auf der Berlinale dieses Jahr sehen werde. Ein paar stehen schon drin – die durfte ich bereits in den Vorab-PVs bestaunen, manchmal auch durchleiden. Mehr Geschriebenes folgt demnächst. Ansonsten stimme ich mich jetzt mit Blair und Serena auf den morgigen Eröffnungsfilm ein, auf den ich bereits sehr gespannt bin.

p.s.: Die diesjährige Berlinale-Tasche hat sich nach dem ersten Einkauf als praktisch (sic!) erwiesen.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Der erste Tag beginnt relativ entspannt. Selbst wenn ich mein Programm mittlerweile zum vierten Mal innerhalb von vier Tagen komplett über den Haufen geworfen habe, konnte ich heute immerhin vier Filme sehen, die auch noch alle im CinemaxX am Potsdamer Platz gezeigt wurden. Sehr viel Bewegung stand folglich nicht auf dem Plan. Nicht einmal die Rutsche im Kino konnte ich auschecken. Vermutlich ist die aber sowieso gesperrt. Schade.

Grund zur Freude gibt es dennoch: Hail, Caesar!, der neue Film der Coen-Brüder, ist famos! Die (Kino-)Liebe sprudelt regelrecht aus jeder einzelnen Einstellung und allgemein ist die Geschichte rund um das Studiosystem der 1950er Jahre ein absoluter Traum – gerade, weil sie auf so vielen Ebenen funktioniert. Abgedreht und überhöht: Als würde die Detailverliebtheit von Wes Andersons The Grand Budapest Hotel auf die Albernheiten von The Spoils Before Dying treffen, dazu ein bisschen Burn After Reading, ein bisschen Barton Fink und, ja, auch ein bisschen A Serious Man habe ich in Hail, Caesar! entdeckt.

Dagegen waren die anderen drei Filme leider eher ernüchternd. Lily Lane, Tempestad und Hee – allesamt Forumsbeiträge – haben enttäuscht bis genervt. Sogar die vielversprechenden Verwendung von LEGO-Steine in Lily Lane hat sich als furchtbarer Albtraum offenbart. Danach war ich so niedergeschlagen, dass der Bus nach Hause die einzige vernünftige Perspektive war. Das Schlimmste daran ist, dass ich jetzt womöglich keine Möglichkeit finden werde, um I, Olga Hepnarova zu schauen.

Freitag, 12. Februar 2016

Der Wecker klingelt, viel zu früh – und der Tag beginnt mit der ersten großen Enttäuschung: Hedi von Mohamed Ben Attia. Nicht nur, dass es sich dabei um keine Fortsetzung von dem unglaublich wundervollen Film Hedi Schneider steckt fest handelte. Nein, Hedi war insgesamt Film, dem seine allzu offensichtlich Ausführung zum Verhängnis wurde. Wenn Zwangsheirat, dann lieber Sand Storm im Panorama schauen.

Erste PV im Berlinale Palast ? #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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Das war allerdings überhaupt nicht schlimm, denn der nächste Wettbewerbsbeitrag hat alles (Schlechte in dieser Welt) wieder entschuldigt: Midnight Special von Jeff Nichols. Liebe zwischen Steven Spielberg und John Carpenter: Der Film hat so einen gewaltigen Pulsschlag. Ich habe jede einzelne Einstellung geliebt. Am meisten vielleicht eine von Kirsten Dunst und wie sie durch eine Scheibe schaut.

Außerdem ganz amüsant: Boris without Béatrce von Denis Côté. Der titelgebende Protagonist ist ein ganz schönes Arschloch. Aber okay, ansonsten wäre der Film ziemlich langweilig. Das Vergnügen ist, zu sehen, wie seine perfekte Welt dekonstruiert wird. Die Moral ist leider zu obligatorisch als emotional begründet. Aber doch durchaus: Das war eine nette Erfrischung und hat mich – insbesondere in den Szenen im Garten und im Grün – an Alain Resnais erinnert. Komisch.

Der letzte Film hingegen war wieder eine extrem zwiespältige Sache. Ich schätze Calvary von John Michael McDonagh sehr, also wirklich sehr. Leider ist von diesem Weitblick und Tiefgang in War on Everyone kaum etwas übrig geblieben. Ganz nett, ganz witzig, ganz daneben. Mehr leider nicht, vielleicht sogar ärgerlich, aber dennoch immer mal wieder amüsant. Erwähnenswert: Eine Verfolgungsjagd, bei der die Kamera tatsächlich die Menschen filmt, wie sie von A nach B rennen. Da habe ich gelacht. Oh, und dass Alexander Skarsgård und Michael Peña im gleichen Saal saßen, war sicherlich auch nicht verkehrt.

Samstag, 13 Februar 2016

Mittlerweile sind auf mp schon einige Texte zur Berlinale online. Donnerstag habe ich zusammengefasst, um was sich die Retro dreht und warum die etwas Besonderes ist. Gestern gab es einen Überblick über die Serien, die im Rahmen des Festivals zu sehen sein werden, selbst wenn sie laut dem ersten und bis dato einzigen Kommentar dort überhaupt nichts zu suchen haben !11 Unverschämtheit. Gleich mal deabonnieren.

Die Aussicht in der Presseschlange #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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Als erster Film stand heute Fire at Sea von Gianfranco Rosi auf dem Plan, der sich mit der Flüchtlingskrise beschäftigt und mich zuerst ziemlich betroffen zurückgelassen hat. Spätestens, wenn zum Schluss in aller Ausführlichkeit gezeigt wird, wie Flüchtlinge von einem Boot gerettet werden, packt der Film sein überwältigendes Potential aus. Im Kontrast gibt es den ganz normalen Alltag auf Lampedusa zu sehen. Je länger ich allerdings darüber nachdenke, desto unvollständiger erscheint mir die Doku.

Weiter ging es mit Things to Come von Mia Hansen-Løve, die mich letztes Jahr schon mit Eden entzückt hat. Dieses Mal geht es in erster Linie um eine Isabelle Huppert und eine (schwarze, alte, fette) Katze namens Pandora. Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein – ein richtig toller Film! Und bisher das schönste Schlussbild, wäre die Zeit nicht knapp (was auf der Bleirnale immer der Fall ist), hätte ich noch eine Stunde länger gesessen und auf die große Leinwand im Berlinale-Palast gestarrt. Bravo!

Ja, die Zeit rennt echt so sehr, ich hatte heute nicht einmal Zeit für eine Mittagspause, sondern habe mich gleich ins Panorama gestürzt. Uncle Howard von Aaron Brookner dreht sich um das Leben und Schaffen von Howard Brookner. Ein persönlicher Einblick, der mir gefallen hat, da entspannt und unaufdringlich erzählt. Sogar ein paar Lücken in puncto Filmgeschichte konnte ich schließen, bis ich endlich heute zum ersten Mal durchatmen konnte. Kurz vor 17:00 habe ich Alex von Real Virtuality getroffen, gemeinsam haben wir im Mommseneck die Plätze für das Filmblogger/-Prodcaster-treffen vorgewärmt.

Leider musste ich dann schon wieder los, denn Kate Play Christine von Robert Greene, seines Zeichens Regisseur des tollen Films Actress, den ich 2015 auf dem Unkown Pleasures Festival gesehen habe und mit sehr gefallen hat, war im Forum zu sehen. Unbeschreiblich. Mir fehlen jegliche Worte, um dieses Werk zu beschreiben. Tausend Gedanken schießen mir jetzt noch durch meinen Kopf, ich habe fast ein bisschen gezittert. Kate Lyn Sheil gehört die Welt. Zusätzlichen Input lieferte danach der israelische Forums-Beitrag Between Fences von Avi Mograbi. Zu viel für einen Tag, den hätte ich gerne mit mehr Aufmerksamkeit und weniger Übermüdung gesehen.

Sonntag, 14 Februar 2016

Nachdem ich die letzten Tage einiges (vor)geschrieben habe, erwarteten mich heute fünf Filme, angefangen mit Letters from War von Ivo Ferreira. Zwischen Apocalpye Now und The Thin Red Line: Besonders die erlesenen Schwarz-Weiß-Bilder haben es mir angetan. Die meisten Menschen um mich herum waren zwar alles andere als überzeugt. Ich habe mich vermutlich bisschen im stürmischen Off-Kommentar verloren. Hm.

Die Ungewissheit über meinen Geschmack war jedoch schnell vergessen, als 24 Wochen, der einzige deutsche Wettbewerbsbeitrag, von Anne Zohra Berrached in die Gänge kam. Das Drama mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel in den Hauptrollen dreht sich um Themen wie Schwangerschaftsabbruch und Trisomie 21. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Film jemals wieder schauen werde. Was ich ihm aber hoch anrechne, ist, dass er die Konflikte wirklich facettenreich beleuchtet und am Ende einen Weg anbietet, der im Regelfall nicht gezeigt wird. Nach The Ones Below und Shelley kann ich übrigens langsam keine Baby-Filme mehr auf der Berlinale sehen. Ich habe schon ein bisschen Angst vor Maggie’s Plan.

Nach Things to Come hat ein weiterer Franzose begeistert: Being 17 von André Téchiné erzählt in drei Trimestern die Beziehung zweier Jungs, die sich erst feindlich bis ängstlich gegenüberstehen, bevor sie sich ihre wahren Gefühl eingestehen. Ein paar Stunden später sorgte außerdem James Schamus mit Indignation für noch mehr Emotionen auf der großen Leinwand im Zoo Palast. Jede einzelne Szene des Films entwickelt tatsächlich ein Eigenleben und beginnt zu atmen, sobald die Schauspieler und Schauspielerinnen den Mund aufmachen. Dass Logan Lerman, Sarah Gadon und ein Gros der restlichen Crew anwesend waren, hat die Vorstellung zusätzlich versüßt. Indignation ist jetzt schon ein kleiner heimlicher Liebling meinerseits.

Logan Lerman, Sarah Gadon & Co. #Berlinale #BerlinaleMoments #Indignation #ZooPalast

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Um 22:00 Uhr vollendete Hou Hsiao-hsien den Tag mit Daughter of the Nile, der bei den Berlinale Classics zu sehen war. Das CinemaxX 8 war randvoll, gezeigt wurde allerdings keine 35mm-Kopie, sondern eine DCP der 4k-Restaurierung. Sicherlich nicht optimal, in Anbetracht der atemberaubenden Aufnahmen habe ich jedoch schnell die Enttäuschung vergessen. Lieblingsdetail: Wie Hou Hsiao-hsien durch Türrahmen in die Räume filmt – ein Traum diese Kompositionen!

Montag, 15. Februar 2016

Der Montag fing ungewohnt an – abseits das frühen Klingelns des Weckers versteht sich. Während die meisten Akkreditierten in den Berlinale Palast rannten, um sich die erste Wettbewerbs-PV des Tages anzuschauen, verbrachte ich die Zeit in der Presselounge und bestaunte eine der wohl spektakulärsten Episode von The Walking Dead. Am Sonntag feierte die Rückkehr aus der Winterpause ihre Premiere, heute war das Recap dran, weswegen ich später nur noch zwei Filme gesehen habe.

Außerdem durfte ich um 10:00 Uhr ein Interview mit Serpil Turhan führen, deren Porträt Rudolf Thome – Überall Blumen im Forum läuft. Ganze 30 Minuten Gespräch – zuerst hatte ich Angst, dass mir die Fragen ausgehen, da ich erst am Sonntag eine Zusage für das Interview bekommen hatte und meine Vorbereitungen dementsprechend kurzfristig ausfielen. Doch sobald die erste Aufregungshürde überwunden war, lief alles ganz gut. Serpil Turhan hat unheimlich viel erzählt, über Rudolf Thome, die Moana-Tagebücher und warum Hong Sang-soo keine Erwähnung in der letztendlichen Schnittfassung gefunden hat.

12:30 Uhr saß ich dann zum ersten Mal im Kino, wo ich zufällig Michael von Movies & Sports getroffen habe, dem ich schon die Tage zuvor immer mal wieder über den Weg gelaufen bin. Gesehen haben wir A Quiet Passion von Terrence Davies, der mit The Deep Blue Sea für mich ein Werk der Unendlichkeit geschaffen hat. Auch sein jüngster Film zeugt von vergleichbaren Qualitäten, selbst wenn er an seinen überragenden Vorgänger nicht ganz herankommt. A Quiet Passion ist trotzdem richtig stark – alleine die Kaderarbeit ist über alle Maßen erhaben. Gänsehaut hatte ich in den letzten Minuten. Ich muss jetzt unbedingt herausfinden, wie das Musikstück hieß. Als wir den Zoo Palast verließen wurde das gesamte Gelände aufgrund des Staatsbesuchs von Netanyahu komplett abgeriegelt. Ich bin mir ziemlich sicher, da standen am Ende mehr Polizisten als Berlinale-Besucher.

Nach einer weiteren Schreibpause im Hyatt ging es Richtung Friedrichstadtpalast. Maggie’s Plan war heute Abend auch mein Plan – und ich war entzückt. Irgendwo zwischen Woody Allen und Noah Baumbach: Rebecca Miller, ihres Zeichens Regisseurin und Drehbuchautorin des Films, erzählt eine aufgeweckte wie lebendige Geschichte über die Unberechenbarkeit des Lebens und fängt dabei gekonnt jenes Gefühl der Unsicherheit ein, das ich zuletzt in der ersten Staffel von Master of None entdeckt habe. Abseits davon: Ich habe heute Abend Greta Gerwig und Julianne Moore gesehen. Vermutlich kann ich jetzt sterben.

Greta Gerwig, Julianne Moore & Co. #MaggiesPlan #Berlinale #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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Dienstag, 15. Februar 2016

Ich vergesse ständig, meine Texte von mp hier zu verlinken. Daher an dieser Stelle ein kleiner Rückblick: Neben meinen Erwartungen an die erste Staffel von Vinyl und die zweite Hälfte der sechsten Staffel von The Walking Dead habe ich es endlich geschafft, zu notieren, warum Sand Storm so herausragend ist. Auch zu Jeff Nichols und Midnight Special habe ich mir mittlerweile einige Gedanken gemacht. Herausgekommen dabei ist ein kurzer Text über den Hoffnungsschimmer am Horizont. Außerdem nicht zu vergessen: Jimmy McGill treibt ab heute wieder sein Unwesen auf AMC und feiert morgen nicht nur auf Netflix, sondern ebenfalls im Rahmen der Special Series auf der Berlinale den Start in die zweite Runde. Ein paar Worte dazu gibt es hier.

Ansonsten bin ich komplett übermüdet und Frage mich ständig, wie ich es überhaupt noch schaffe, morgens aufzustehen. Gleichzeitig fühle ich mich so lebendig wie schon lange nicht mehr – ganz egal wie oft ich in meinem Kopf fluche, weil ich die S- und U-Bahn erneut um gefühlt drei Sekunden verpasst habe und deswegen länger (in der Kälte) warten muss. Irgendwie lege ich es aber in meiner Planung auch auf extrem knappes Timing an. Die Kunst der ruhigen, entspannenden Berlinale habe ich mit Sicherheit noch nicht gelernt. Beeindrucken tut mich da immer der Dude, der die Panorama-Premieren anmoderiert, als würde er jeden Abend eine Dernière einleiten – mit dem Wissen, das bisher alles perfekt war und absolut nichts mehr schief laufen kann.

Whatever: Gesehen habe ich heute Soy Nero von Rafi Pitts im Wettbewerb, der für mich in seiner geteilten Geschichte leider überhaupt nicht funktioniert hat. Zwar existiert eine traumhafte Einstellung in der Sonne von einem Soldaten in der Prärie, mehr kann ich dem Film allerdings nicht abgewinnen. Für eine angenehme Überraschung sorgte im Anschluss Genius von Michael Grandage. Nicht nur, dass Dominic West in einer winzigen Nebenrolle als Ernest Hemingway: Auch darüber hinaus bietet das Drama seine Qualitäten. Ein stampfender Fuß seitens Jude Law zum Beispiel. Oder Colin Firth, der sich selbst beim Abendessen nicht von seinem schicken Hut trennen will.

Dazwischen waren Jenny, Melina, Lennard und ich heute besonders fleißig und haben gleich zwei Videos für unser Video-Tagebuch gedreht. Im Anschluss stand bei mir dann die erste Serie im Berlinale-Programm dieses Jahr auf dem Plan, namentlich Cleverman. Gezeigt wurden die ersten zwei Episoden der neuseeländisch-australischen Koproduktion, die mich leider nur bedingt überzeugt haben. Viel Routine steckt da drin, vielversprechend ist lediglich die Metapher auf australische Ureinwohner, denn Ausgrenzung spielt hier eine große Rolle. Auch auf die Flüchtlingskrise lässt sich das Format sehr gut adaptieren, wäre da nur nicht dieser bekloppte Kniff, dass die sogenannten „Hairy people“ wirklich nur haarige Menschen à la Planet der Affen anno 1968 sind. Habe selten so gerungen mit der Prämisse einer Serie.

Ob sich dafür der Weg zum Haus der Berliner Festspiele gelohnt hat? Ich bezweifle es. Danach war es erst einmal höchste Zeit für einen Kakao, bevor es im International mit Little Men von Ira Sachs weiterging. Famos! Alleine das Q&A im Anschluss gehört bisher zu meinen Berlinale-(Q&A-)Highlights. Interessante Fragen, interessante Antworten. Als Inspiration dienten Ira Sachs beispielsweise zwei Werke von Yasujirō Ozu (Good Morning und I Was Born, But…). Ansonsten ist Little Men einer dieser unglaublich ehrlichen Filme, die direkt sein können, ohne aufdringlich zu wirken. Dazu stecken dermaßen präzise Beobachtungen des echten Lebens drin, dass ich gleich mehrere Tränen verdrückt habe. Ob Tony bei ihm übernachten kann, fragt Jake seine Eltern – das ist eigentlich schon alles. Und dafür kann man auch mal Martha in der Hommage ausfallen lassen.

p.s.: Lange hielt ich es für ein Gerücht, dass die Jury ebenfalls im Berlinale-Palast die ein oder andere PV anschaut. Heute saß ich schräg hinter Meryl Streep und ihren Mitstreiter_innen. Clive Owen und Nick James haben sich rege unterhalten. Hoffentlich ging es um The International 2. Ich habe gehört Werner Herzog spielt gerne Antagonisten.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Gestern ging auf moviepilot mein Text über Michael Ballhaus, dem dieses Jahr die Hommage gewidmet ist, online. Außerdem folgte heute meine aufrichtige Liebeserklärung an Rudolf Thome – Überall Blumen. Die obligatorischen Wettbewerbs-PVs waren stark bis anstregend. Alex Gibney kann wieder einmal überzeugen. Nachdem ich mich in den letzten Wochen sehr intensiv mit seinen jüngsten Dokus auseinandergesetzt habe, knüpft Zero Days einwandfrei an seine vorherigen Werke an. Weniger überzeugend war Thomas Vinterberg, der mit Kollektivet nach dem bedrückenden Jagten und nicht weniger bedrückenden Far From the Madding Crowd enttäuschte. Zu Zynisch, zu wenig Zugeständnis.

Im Anschluss waren zwei Serien an der Reihe, auf die ich schon sehr gespannt war: Einmal The Writer, der israelische Serienbeitrag aus palästinensischer Perspektive, und Love, Nina, ein frisches BBC-Format, das auf dem gleichnamigen Besteller von Nina Stiebbe basiert. Obwohl ich von The Writer prinzipiell angetan war, hätte ich trotzdem gerne mehr Episoden gesehen, um mir einen besseren Eindruck zu machen. Insgesamt sind Vergleich mit Louie aber durchaus nicht fehl am Platz. In Love, Nina habe ich mich bereits nach den ersten fünf Minuten verliebt. Faye Marsay in der Hauptrolle ist fantastisch! Darüber hinaus merkt man in jeder Sekunde, dass niemand Geringeres als Nick Hornby für die Adaption der Vorlage verantwortlich war.

Leider war der Berlinale-Tag an diesem Punkt bereits für mich vorbei, denn zu Hause wartete die neuste Episode von The Shannara Chronicles und ein dazugehörendes Recaps, das geschrieben werden wollte. ¯\_(ツ)_/¯

Donnerstag, 18. Februar 2016

Langsam verschwimmt die Zeit. Würde mich jetzt jemand frage, wann ich Hail, Caesar! gesehen habe, ich würde antworten, dass es sicherlich schon mehrere Wochen her ist – so viele Geschichte und Abenteuer habe ich in den letzten Tagen erlebt. Darüber hinaus spielte die Wahrnehmung von Zeit heute eine ganz besondere Rolle, denn die Weltpremiere von Lav DiazA Lullaby to the Sorrowful Mystery war die erste PV des Tages (und für die meisten vermutlich auch schon die letzte). Acht Stunden versinken in erlesenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der Schnittfrequenz von Béla Tarr und Apichatpong Weerasethakul alle Ehre machen – ich will gar nicht jammern. Nein, wirklich nicht. Es war eine Wohltat diesen Film zu sehen.

Nachdem ich Century of Birthing, Norte, the End of History und From What Was Before bereits auf der gorßen Leinwand erleben durften (einmal im Zeughauskino, einmal im Arsenal und einmal im Babylon), wusste ich ziemlich genau, was mich erwartet. Unberechenbar war dieser Kino-Trip am Ende trotzdem und ich merke, dass der Film mit Sicherheit noch einige Tage braucht, um verdaut zu werden. Fasziniert war ich vor allem von der Figur eines Geistes (?), der mit verstörend auf verstörende Art und Weise die Geräusche von wiehernden Pferden nachgemacht hat. Die finalen zehn Minuen habe ich ärgerlicherweise nicht mehr gesehen, denn die einzige Vorstellung von der BBC-/AMC-Serie The Night Manager war um 19:00 datiert – und darüber steht für morgen oder übermorgen ein Artikel im Redaktionsplan.

Wie ein Verrückter hetze ich zum Haus der Berliner Festspiele, das wahrlich ein undankbarer Austragungsort in einer solchen Situation ist. U2, U3 und dann noch nach ein paar Meter rennen – um Punkt 19:00 sitze im Saal und bestaune zwei exzellente Serienstunden. Dass ich gegen 10:00 Uhr beinahe kollabiert bin, liegt daran, dass im Anschluss der komplette Main Cast mit Regisseurin Susanne Bier und ein paar Produzenten auf die Bühne zum Q&A kamen. Die Fragen waren unfassbar peinlich, die Improvisation von Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Elizabeth Debicki und Tom Hollander dafür umso überragender. Ich glaube, nachdem ich Lav Diaz und Tom Hiddleston jetzt aus nächster Nähe gesehen habe, kann ich wirklich sterben.

Freitag, 19. Februar 2016

Noch einmal verschlägt es mich in den frühen Morgenstunden in den Berlinale-Palast. United States of Love von Tomasz Wasilewski wird voraussichtlich der letzte Film sein, den ich auf der Berlinale 2016 hier sehen werde. Rückblickend wohl einer der schwächeren Wettbewerbsbeiträge. Ein Film, der nur Misere zeigt und keinen Ausweg außer das Verderben kennt. Irgendwann rennt ein junges Mädchen auf einen zugefrorenen See – und schwups weg war es. Witzigerweise habe ich dieses, öhm, Motiv auch in A Dragon Arrives! von Mani Haghighi wieder entdeckt. Da verschwindet plötzlich auch ein Mann in einem Loch, das sich unerwartet im Boden auftut. Spoiler: Der titelgebende Drache kommt im Film jedoch niemals an. Insofern war der Wettbewerb heute eher nicht mein Fall, wenn auch teilweise beeindruckend und visuell außergewöhnlich.

Zwischen den zwei PVs habe ich einen Abstecher zum Zoo Palast unternommen und so Don Cheadles Spielfilmdebüt Miles Ahead dank einer spontanten Entscheidung in mein Programm gepackt. Verpasst habe ich dafür Saint Amour von Benoît Delépine und Gustave Kervern, der offensichtlich sehr witzig war, wie mir später erzählt wurde. Wie dem auch sei: Mit Miles Ahead bin ich ebenfalls glücklich geworden. Eine aufbrausende Annäherung an ein musikalisches Genie, das ebenfalls seine Probleme hatte. Miles Ahead spricht diese Probleme (etwa Gewalt gegen Frauen) gekonnt an, ohne moralinsauer zu wirken. In Berlinale-Filmen vom letzten Jahr ausgedrückt, findet sich Miles Ahead irgendwo zwischen Life und Love & Mercy wieder. Ein guter Film, vielleicht sogar ein sehr guter – ich bin mir noch nicht sicher, schreibe aber vielleicht noch ein paar ausführlichere Worte darüber.

Später habe ich mich im Hyatt noch an den vorletzten Text für die Berichterstattung auf mp meinerseits gemacht, wo ich schließlich mit Katrin, die für ihren Blog, filmosophie und kino-zeit.de auf der Berlinale unterwegs ist, über Lost in Translation geschwärmt und das problematische Manic Pixie Dream Girl geredet habe. Hier ein tolles Dossier von Katrin dazu. Geendet hat er Tag mit der fetzigen Doku Don’t Blink – Robert Frank von Laura Israel, die mir ziemlich gut gefallen hat. Robert Frank an sich ist ein unmöglicher, aber irgendwie auch sympathischer Protagonist. Seine Bilder sorgen zudem für Staunen und Bewunderung. Weniger Bewunderung hatte ich für das israelische Drama Inertia von Idan Haguel übrig, das mir anfangs gefiel, später aber im Nichts ausgelaufen ist, sodass ich gleich wie tot ins Bett fallen werde.

Samstag, 20. Februar 2016

Gestern habe ich mit Mo noch Witze darüber gemacht. Heute ist es wirklich so weit. Ein letztes Mal stehen wir in der Schlange vor dem Presse-Counter im Hyatt, um uns die Tickets für Sonntag zu holen. Ich glaube, ich werde diesen Ort wirklich vermissen. Vergangenes Jahr war er nur mit Stress und Hektik verbunden. Dieses Jahr habe ich die Stille im hinteren Gang beim Schreiben oder die morgendliche Ruhe vor dem großen Ansturm richtig genossen. Auch heute habe ich meinen letzten Text dort geschrieben, der (voraussichtlich) morgen um 8:50 Uhr online geht, nachdem zuletzt ein paar Worte über Lav Diaz und das Slow Cinema, Maggie’s Plan und das unberechenbare Leben sowie The Night Manager und die Einsamkeit des Agenten auf mp im Feature waren.

Wie dem auch sei: Heute waren erst einmal drei Filme in der Generation dran: Young Wrestlers von Mete Gümürhan, In Your Dreams! von Petr Oukropec und 6A von Peter Modestij. Der erste Film wurde im Originalton mit englischen Untertiteln vorgeführt. Darüber hinaus hat vor Ort ein Sprecher die deutsche Übersetzung vorgenommen. Am Anfang war das überaus irritierend, später jedoch fast schon eine entspannende Erfahrung. Der Name ist Programm. Beim zweiten Film ebenfalls, allerdings konnten mich die Träume eher weniger begeistern. Für Parkour bin ich aber immer leicht zu begeistern. Umgehauen hat mich dann der dritte Film: 60 Minuten, ein (Streit-)Gespräch zwischen Eltern, Lehrern und Schülern. Ein Wort kann alles zum Einsturz bringen – ungeheuerlich!

Die große Halle #Berlinale #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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Abends stattete ich der Perspektive Deutsches Kino einen Besuch ab. Wir sind die Flut von Sebastian Hilger hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Ob der Film wirklich gut ist? Da bin ich mir mittlerweile unsicher. Aber die Stimmung kann etwas! Das Opening fesselt mindestens genauso, wie die finalen Minuten den Saal zu beben bringen. Dazwischen keimen mitreißende Ideen auf, die sich gegen ein wackeliges Drehbuch verbünden müssen. Deutlich flüssiger war dagegen Junction 48. Pure Energie, auch ein bisschen Zorn und Wut. Die Musik treibt den Film voran und gibt der Problematik eines geteilten Israels eine Stimme. Gutgelaunt bis bedrohlich: Regisseur Udi Aloni hat durchaus etwas zu sagen, das man sich anhören sollte.

Um 0:30 Uhr kam ich ungefähr aus dem Kino. Letztes Jahr um diese Zeit saß ich bereits im Fernbus nach Frankfurt, wo um 6:00 Uhr der Flieger nach Israel ging. Auf dem Heimweg habe ich viel über diese Reise nachgedacht und versucht, sie mit den israelischen Filmen, die ich bisher auf der Berlinale gesehen habe, in Verbindung zu setzen. Ich muss gestehen, es fällt mehr schwer, sehr schwer sogar. Jedes Mal lerne ich das Land neu kennen, aus einer anderen Perspektive. Als ich selbst dort war, bedeckten stets graue Wolken den Himmel und unerwartet massiger Schneeeinfall legte ganz Jerusalem lahm, sodass im Hotel am nächsten Tag nur ein abgespeckten Frühstück serviert werden konnte, weil die komplette Infrastruktur in der Stadt zusammengebrochen war.

Dementsprechend waren die Straßen teilweise menschenleer – ganz entgegen jenen Straßen in den Filmen auf der Berlinal. Ich wünschte, ich könnte das alles verstehen. Aber jedes Mal, wenn ich mich auf ein paar Gedanken geeinigt habe, werfe ich kurze Zeit später alle wieder über den Haufen, nachdem ich einen neuen Blickwinkel kennengelernt habe, und stehe wieder ziemlich ratlos da. Hm.

Sonntag, 21. Februar 2016

Der letzte Text ist veröffentlicht, das letzte Video ist aufgenommen und die letzten sechs Filme stehen an. Drei Mal verbringe ich heute rund 90 Minuten im CinemaxX 8 bei der Retro. Nach dem amüsanten Kurzfilm Das Portrait von May Spils, begeisterte Will Tremper mit Playgirl und eine lang ersehnte 35mm-Projektion. In 2K ging es weiter mit Schonzeit für Füchse von Peter Schamoni, bis dessen Bruder, Ulrich Schamoni, im Anschluss wieder mit wohltuenden 35mm und Es übernommen hat. Deutschland, 1966: Alle sehenswert, am meisten Playgirl – nicht zuletzt aufgrund der spannenden Einblicke in ein Berlin anno dazumal.

Mein letzter Stunt findet um 17:30 Uhr statt: Von CinemaxX 8 ins CinemaxX 1 in 60 Sekunden. Wäre die Rutsche offen gewesen, hätte ich es locker in der Hälfte der Zeit geschafft. Aber egal: Jamais contente von Emilie Deleuze entpuppt sich als schöner Abschlussfilm für die Generation. Vielleicht ein bisschen zu konventionell gehalten, insbesondere das Ende im Scheinwerferlicht. Ansonsten aber eine ansprechende Coming-of-Age-Geschichte mit einer Protagonistin, die nie zufrieden ist. Klar, sie könnte ihre Mutter einfach lieben, aber das wäre zu anstrengend. Hass funktioniert irgendwie auch – oder zumindest der undefinierbare Gegensatz dazwischen. Dieser findet sich auch in Verfluchte Liebe deutscher Film von Johannes F. Sievert und Dominik Graf wieder. Ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt und hätte gerne direkt im Anschluss den zweiten, geplanten Teil der Doku über das deutsche Kino gesehen. Immerhin bot das Q&A noch eine kurze Verlängerung des Diskurses.

Um 22:30 Uhr versinke ich dann endgültig ein letztes Mal in einem er roten Sitze im Arsenal. Dort, wo die Berlinale vor ein paar Wochen mit der ersten PV für mich angefangen hat, endet sie heute mit A Magical Substance Flows into Me von Jumana Manna. Ich vermisse die Zeit jetzt schon. Gleichzeitig bin ich gerade sehr glücklich und zufrieden. Ob es die Post-Berlinale-Depression wirklich gibt? Keine Ahnung, letztes Jahr war ich viel zu abgelenkt, um darüber nachzudenken, und morgen geht es schon mit der nächsten Episode von The Walking Dead weiter. Ich bin auf alle Fälle dankbar, die letzten elf Tage erlebt zu haben – mit allen Wegbegleitern, die ich vor Ort, hier im Blog oder anderswo getroffen/gelesen/gesehen habe. Hoffentlich treffen/sehen/lesen wir uns nächstes Jahr wieder – oh, und falls nicht: guten Tag, guten Abend, gute Nacht!

p.s.: Sorry, für all die Flüchtigkeitsfehler hier im Tagebuch. Unter solchen Umständen passiert das eben.

Auf Wiedersehen! #Berlinale #Berlinale2016 #BerlinaleMoments

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An dieser Stelle noch ein kurzer Überblick über alle Texte, die ich während der Berlinale außerhalb dieses Tagebuchs geschrieben habe:

Berlinale 2016 – Die Mitglieder der Jury unter der Lupe
Berlinale 2016 – Was bietet die Retrsopektive Deutschland 1966
Berlinale 2016 – Diese Serien-Highlights erobern das Festival
Berlinale 2016 – Sand Storm und die Kraft des israelischen Kinos
Berlinale 2016 – Jeff Nichols und der Hoffnungsschimmer am Horizont
Berlinale 2016 – Better Call Sual und die Ungewissheit vor Breaking Bad
Berlinale 2016 – Michael Ballhaus im ewigen Kreis bewegter Bilder
Berlinale 2016 – Rudolf Thome und die Hoffnung im Scheitern
Berlinale 2016 – Lav Diaz und die Unendlichkeit des Slow Cinema
Berlinale 2016 – Maggie’s Plan und das unberechenbare Leben
Berlinale 2016 – The Night Manager & die Einsamkeit des Agenten
Berlinale 2016 – Miles Ahead und die (un)sterbliche Musiklegende

Außerdem hatte ich an dieser Stelle bereits zuvor ein paar Gedanken zu Chi-Raq zusammengefasst und meine Liste mit allen Filmen, die ich auf der Berlinale 2016 und den PVs zuvor gesehen habe, ist mittlerweile ebenfalls vollständig und nach ungefährer Wertung sortiert. Am meisten beschäftigt mich immer noch Kate Plays Christine, die Liebe zu Midnight Special hat nicht abgenommen und in den Bildern von Daughter of the Nile verliere ich mich jetzt noch. Abseits davon freue ich mich sehr über den Silbernen Bären, den Mia Hansen-Løve entgegennehmen durfte.

© Berlinale / Das Film Feuilleton

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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