Berlinale 2017 – Retrospektive Science-Fiction-Film

Die Restrospektive der Berlinale 2017 beschäftigte sich dieses Jahr intensiv mit dem Genre des Science-Fiction-Films. Auf moviepilot habe ich die thematischen Bögen der einzelnen Filme zusammengefasst: Berlinale 2017 – Die Retrospektive blickt zurück in die Zukunft

[…] Insgesamt 27 Produktionen gibt es im Rahmen der Retrospektive zu entdecken. Dabei dominieren nicht nur Werke aus den USA, sondern auch Japan sowie Mittel- und Osteuropa sind stark vertreten. Manchmal glänzen sie, die zukünftigen Welten, manchmal aber versinken sie im Dreck. Dennoch existiert eine faszinierende Gemeinsamkeit, die in erster Linie der Zeit geschuldet ist: Wenn Michael Anderson ins titelgebende Jahr von George Orwells Dystopie 1984 entführt und Kathryn Bigelow in Strange Days die finalen Minuten vor dem neuen Millennium erzählt, fühlen sich diese Zukunftsentwürfe in ihrer vorausschauenden Geste überholt und trotzdem aktueller denn je an. Zwar mögen gewisse Schreckensbilder der Zukunft, wie sie in Soylent Green, THX 1138, O-bi, O-ba gezeichnet werden, heutzutage in ihrer Gestaltung etwas altmodisch wirken. Im Zeitalter von alternativen Fakten dauert es allerdings nicht mehr lange, bis 2 + 2 wirklich 5 ergeben.

Der Science-Fiction-Film als Ausdruck unserer Ängste hatte schon immer erschreckend viel mit der Realität gemein, dennoch offenbart er ebenfalls Platz zum Träumen und erschafft einen Ort, an dem Abenteuer erlebt werden können. Meistens spielt dabei die Überschreitung gewisser Grenzen eine entscheidende Rolle, von dem Kontakt mit etwas, das wir nicht kennen und verstehen, ganz zu schweigen. Es ist das Fremde, das plötzlich vor unserer Tür stehen oder sich irgendwo in den düsteren Ecken des Weltalls verstecken könnte. Offensichtlich ist in diesem Fall das Szenario der Alieninvasion aus Kampf der Welten oder der unerbittliche Überlebenskampf gegen das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt. Dennoch erinnert die Retrospektive daran, dass der erste Kontakt ebenso eine Chance, eine Möglichkeit darstellen kann und das „andere“ nicht automatisch das Böse ist. So findet Holger Madsen in Das Himmelsschiff eine friedliche Lösung für den ersten Kontakt auf dem Mars, ebenso Steven Spielberg bei seiner unheimlichen Begegnung der dritten Art. […]

Blade Runner © Warner Bros. / Alien © 20th Century Fox

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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