Black Mirror – Season 3, Episode 1 – Recap

Black Mirror - Season 3, Episode 1 - Recap

Black Mirror ist zurück! Nachdem Channel 4 das futuristische Anthologieformat aus dem Kopf Charlie Brooker nach dem Weihnachtsspecial mit Jon Hamm den Stecker gezogen hat, darf nun Netflix den Ton bei der 3. Staffel angeben. Sechs neue Episoden sind seit dem 21. Oktober 2016 auf der Plattform des US-amerikanischen Streaminganbieters online. Der Auftakt wurde von niemand Geringerem als Hanna-Regisseur Joe Wright inszeniert, trägt den Namen Nosedive und ist eine fabelhafte Mischung aus Tim Burtons Vorstadtidylle in Edward Scissorhands, der Spike Jonze‚ Utopie/Dystopie in Her und Sofia Coppolas Pastelltönen in The Bling Ring. Auf moviepilot: Black Mirror – Staffel 3, Episode 1 im Recap

[…] Diese Frage stellen sich nur sehr wenige Menschen in Nosedive. Lacies Bruder ist einer der wenigen, die sich nichts aus dem Bewertungssystem machen. „Good luck with your performance“, antwortet er spöttisch, als Lacie das Haus verlässt, und sich auf den Weg zu Naomis Hochzeit macht. Das Hinterfragen hat jedoch seinen Preis – nach und nach findet trotzdem ein Umdenken statt. Sowohl bei den Figuren im Film als auch in der Inszenierung wird es langsam, aber sicher sichtbar. Wo anfangs noch beruhigendes Klavierspiel die vorgetäuschte Idylle sekundierte, wendet sich Joe Wright irgendwann von den perfekten Farben und Formen ab, indem er Lacie sprichwörtlich in einen Haufen Matsch und Schlamm stürzen lässt. Aber dieses Zusammenspiel der inhaltlichen wie formellen Ebene zeichnet Nosedive besonders aus. Ähnlich, wie es bereits bei vorherigen Black Mirror-Episoden der Fall war, profitieren beide Ebenen extrem voneinander und nie gewinnen Theorie und These.

„Fuuuuuuuuck youuuuuuuu“, brüllt Lacie am Ende einem vollkommen fremden Menschen ins Gesicht, und dieser macht keinen Anstand, um mit einer vergleichbaren Beleidigung zu entgegnen. Völlig entgeistert, aber irgendwie auch erlöst ob der unberechenbaren Reaktion, verliert sich Lacie in Gedanken. Sie ringt nach weiteren Worten, nach weiteren Schimpfworten. Für den Bruchteil einer Sekunde scheint es fast so, als würde ihre die Puste ausgehen, bis die Erinnerung an die echte Welt wieder einsetzt. Zwar mag die zentrale Erkenntnis, dass Glück nichts mit dem eigenen Status quo in der Gesellschaft zu tun hat, kein grundlegend innovativer Gedankengang sein. Dennoch schließt Nosedive in seinen finalen Atemzügen mit einer hoffnungsvollen Note und beweist einmal mehr, welches Potential sich im Black Mirror-Konzept verbirgt, das im besten Fall zu gleichermaßen nachdenklichen wie berührenden Geschichten in der Lage ist.

Black Mirror © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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