Chihiros Reise ins Zauberland – Kritik

Chihiros Reise ins Zauberland - Kritik

In jedem Film von Hayao Miyazaki versteckt sich eine kleine Welt voller wundervoller Eigenheiten, die es zu entdecken gilt. Es ist stets die Reise an einen magischen Ort, an dem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Auch in Chihiros Reise ins Zauberland (千と千尋の神隠し/Sen to Chihiro no Kamikakushi) gibt es jenen magischen Ort voller Geheimnisse, Abenteuer und Gefahren; ein Badehaus. Hier ist die menschliche Gattung ungern gesehen. Stattdessen gehen Gottheiten und anderen Fabelwesen täglich ein und aus. Durch eine Verstrickung schicksalhafter Ereignisse gelangt die titelgebende Chihiro in diese absonderliche Welt, begleitet von Joe Hisaishi unvergleichlichen Kompositionen, die sämtliche Facetten der Geschichte in ihren klanglichen Motiven äußerstwider spiegeln und somit selbst zum Teil des Narrativ werden.

Selten war die Welt eines Märchens so lebendig, detailverliebt und mitreißend gestaltet. Jede Regung der Figuren scheint sich dynamisch in ein großes Gemälde einzugliedern, das wahrhaftig jeden Winkel des Farbspektrums abdeckt. Wo Chihiros Reise ins Zauberland eben noch die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, das – von seinen Eltern missverstanden – auf der Rückbank des Familienautos sitzt, nimmt Hayao Miyazakis Werk mit jeder nachfolgenden Minute an Größe zu. Und dennoch dringen in diesem zunehmend komplexer werdendem Geflecht die nahezu unscheinbaren Berührungen zwischen den Figuren in den Vordergrund. Und diese Berührungen respektive Begegnungen werden alles verändern, wenngleich die Erwachsenen am Ende des Films überhaupt nichts von der Veränderung ihnen mitbekommen haben.

Wunderland.

Rennen.

Regen.

Zusammen.

Chihiros Reise ins Zauberland ist am 10. Oktober 2014 im Rahmen der Studio Ghibli-Collection auf Blu-ray bei Universum Film erschienen, so auch Prinzessin Mononoke und Mein Nachbar Totoro.

Chihiros Reise ins Zauberland © Universum Film

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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