Easy – Season 1, Episode 1 – Recap

Easy - Season 1, Episode 1 - Recap

Manchmal ist es wirklich ein Dilemma, einen Pilot-Check zu schreiben – besonders im Fall einer Anthologieserie. Würde ich Easy, Joe Swanbergs erste Netflix-Serie, ausgehend vom Auftakt der ersten Staffel beurteilen müssen, mein Fazit wäre enttäuscht und negativ ausfallen. Die übrigen sieben Episoden entschuldigen dafür sämtliche Anlaufschwierigkeiten und bringen sogar ein paar der nachdenklichsten Serien-Momente des Jahres zutage. Insofern: Gebt Easy eine Chance, selbst wenn der Einstieg ein bisschen Überwindung braucht. Es lohnt sich. Mehr: Easy – Joe Swanbergs Netflix-Mumblecore-Serie im Pilot-Check

[…] An dieser Stelle sei allerdings gleich erwähnt, dass es sich bei Easy um eine Anthologieserie handelt. Sprich: Alle Episoden der 1. Staffel – es sind acht Stück an der Zahl – funktionieren relativ unabhängig voneinander. Natürlich gibt es diverse Verbindungen zwischen den einzelnen Kapiteln, meistens handelt es sich dabei aber eher um motivische Referenzen. Ein großer, gemeinsamer Nenner existiert dennoch: der Handlungsort. Wie viele vorherigen Swanberg-Werke ist auch Easy in Chicago, der Heimatstadt des Regisseurs, angesiedelt und versteht sich auf gewisse Weise als episodisches Portrait der Metropole am Südwestufer des Michigansees, wobei vor allem der Norden der Stadt als Schauplatz der kurzen Geschichten dient.

Zwar handelt es sich bei Easy um keine David Simon-Serie, sodass die Erwartungen an einen urbanen Hymnus à la The Wire und Treme vorzugsweise heruntergeschraubt werden sollten. Dennoch hat Joe Swanberg im Lauf seiner Karriere beständig herausgefunden, wie er möglichst beiläufig möglichst viel über die Stadt und ihre Menschen erzählen kann, in der sich seine Filme abspielen. Wie Aziz Ansari in Master of None und Louis C.K. in Louie ein unkonventionelles, aber authentisches Bild von New York City entwerfen, entführt Easy in die versteckten Ecken Chicagos, die in den Establishing Shots vonThe Dark Knight nicht zu sehen waren. Selbst wenn die Qualität zwischen den einzelnen Episoden schwankt, entsteht am Ende ein facettenreiches Gebilde, das zum Lachen, Weinen und Nachdenken anregt. Unerträglich wird Easy nur dann, wenn Fragestellungen moderner Beziehungen in abgedroschenen Handlungsmustern durchexerziert werden. […]

Easy © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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