Game of Thrones – Season 4, Episode 7 – Recap

Game of Thrones - Season 4, Episode 7 (Mockingbird) - Recap

Obwohl ich befürchtet hatte, dass mit den beiden Episoden von Michelle MacLaren der (vorzeitige) Höhepunkt der vierten Staffel von Game of Thrones erreicht sei, führt ihr Kollege Alik Sakharov mit Mockingjay Mockingbird das aktuelle Geschehen in Westeros adäquat weiter. Während die einzelnen Schachfiguren auf dem Spielbrett versuchen, sich gegenseitig eliminieren, nimmt das Lied von Eis und Feuer dezent an Fahrt auf, wenngleich bisher die siebte Episode für gewöhnlich als lauwarmes Fegefeuer zur Vorbereitung der Finalschlacht im Höllenschlund diente. Dennoch strotzt das jüngste Kapitel der HBO-Serie voller feiner Momente, die nicht nur ordentlich geschrieben, sondern vor allem herausragend gespielt sind. Egal ob Arya (Maisie Williams) und Hound (Rory McCann) oder Sansa (Sophie Turner) und Lord Baelish (Aidan Gillen): Die Anspannungen in der Charakterkonstellation sind so ausgewogen wie selten zuvor – selbst wenn sich Jon Snow (Kit Harington) immer noch jenseits jeglichen Minimums an Interesse meinerseits befindet.

Besonders amüsiert hat mich dieses Mal der Gedanke, dass Tyrion (Peter Dinklage) trotz seiner misslichen Lage wohl zum beliebtesten Mann in ganz Westeros gehört. Klar, Cersei (Lena Headey) will nur seinen Kopf rollen sehen. Dennoch dürfte der Wächter des Kerkers von Tyrion einen wahnsinnigen Organisationsaufwand betreiben, um die Massen an Besuchern im Zaum zu halten, die tagein tagaus den Todgeweihten einen letzten Besuch abstatten wollen. Geschickt wie Alik Sakharov Mockingbird inszeniert, gewährt er uns keine Bilder der Heerscharen, die sich früh morgens vor der Gefängnistür versammeln, um rechtzeitig einen der beliebten Audienzplätze zu ergattern.

Der Typ – nennen wir ihn Hermann – mit dem Schlüssel führt da sicherlich sehr gewissenhaft Buch und wenn man nicht gerade Jaime Lannister (Nikolaj Waldau-Coster) heißt, dürfte der mehrfache Besuch des Verurteilten zum Akt der Unmöglichkeit avancieren. Wer es jedoch einmal in die tristen vier Wände des Verlieses geschafft hat, den erwarten ehrliche sowie emotionale Worte. Keine Plattitüden. Keine Ausreden. David Benioff und D.B. Weiss lassen ihre Figuren Tacheles reden, ohne sich im Labyrinth der pathetischen Abschiedsreden zu verrennen. Stattdessen tut es weh und selbst dann, wenn sich Oberyn Martell (Pedro Pascal) mit nur einem Satz zum Retter in der Not katapultiert, entblößt die Dialgkette zuvor seine (un)ehrenhaften Absichten dermaßen, dass man sich über Gut und Böse in dieser Welt überhaupt nicht mehr sicher sein kann.

Ach ja und Sansa baut Winterfell aus Schnee nach. Das entschädigt sogar den fehlenden Drachen-Content.

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Und dann noch diese wundervolle Geste! I approve.

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Was bisher geschah:

Game of Thrones – Season 4, Episode 1: Two Swords
Game of Thrones – Season 4, Episode 2: The Lion and the Rose
Game of Thrones – Season 4, Episode 3: Breaker of Chains
Game of Thrones – Season 4, Episode 4: Oathkeeper
Game of Thrones – Season 4, Episode 5: First Of His Name
Game of Thrones – Season 4, Episode 6: The Laws of Gods and Men

Anderswo kluge Worte zu Mockingbird:

Wir schauen Game of Thrones – Staffel 4, Folge 7

Game of Thrones © HBO
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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