Happyish – Season 1, Episode 1 – Recap

Happyish - Season 1, Episode 1 - Recap

Eigentlich wollte ich Happyish schon immer einmal schauen – immerhin spielt Steve Coogan die Hauptrolle und das ist nie verkehrt. Anlässlich der Deutschlandpremiere auf Sky Atlantic HD habe ich es endlich geschafft, mir den Serienauftakt anzuschauen, wurde aber leider enttäuscht. Vielleicht (oder besser: hoffentlich) sieht das in ein paar Episoden ganz anders aus. Ein paar ausführlichere Worte habe ich auf moviepilot aufgeschrieben: Happyish – Pilot-Check zur Dramedy-Serie mit Steve Coogan

[…]  Natürlich ist es nicht einfach, eine Depression im Rahmen einer halben Stunden auf den Punkt zu bringen und Happyish setzt sehr wohl Akzente, die überraschend abgründig sind. Gleichzeitig stapelt Shalom Auslander zu viele Konventionen aufeinander, als dass es möglich wäre, die tatsächlichen Gedanken hinter Thoms Fassade zu (be-)greifen. Weder abstrakt noch echt fühlen sich die kolportierten Emotionen und Konflikte an. Sie sind einfach da, weil sie im Drehbuch stehen und weil düstere Wolken im Hintergrund die Stimmung drücken. Shalom Auslander zeichnet grob das Bild, eines weißen, mittelständiges Mannes, der Probleme hat, weil er Probleme hat. Für mehr reicht es im Auftakt zu Happyish leider nicht – und das ist extrem schade, besonders da mit Steve Coogan und Kathryn Hahn eigentlich zwei perfekte Hauptdarsteller als Kopf der Serie fungieren.

Am Ende entpuppt sich Happyish als Verlierer der eigenen Ansprüche und muss im Angesicht von Serien wie You’re the Worst (FX), Lady Dynamite (Netflix) und The Leftovers (HBO), die sich bedeutend vielschichtiger und diverser mit dem Thema Depression auseinandersetzen, eindeutig in der zweiten Reihe Platz nehmen. Ein kurzer Blick kann trotzdem nicht schaden, denn abseits davon bietet Happyish immer noch pointierte Dialoge en masse, die mit popkulturellen Referenzen und gesellschaftskritischen Kommentaren nicht geizen. Und vielleicht findet Shalom Auslanders Schöpfung über die Laufzeit der ersten und einzigen Staffel hinweg auch heraus, wie dem angesprochenen Thema die notwendige Tiefe verliehen werden kann. Alle notwendigen Bausteine liegen im Endeffekt schon da. Sie müssen nur noch aufgehoben werden.

Happyish © Showtime

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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