Killjoys – Season 1 – Recap

Killjoys - Season 1 - Recap

Als Killjoys im vergangenen Jahr seine Premiere feierte, füllte die Science-Fiction-Serie gleich mehrere Lücken, die sich im Lauf der letzten Dekade aufgetan hatten. Auf der einen Seite wäre da das tiefe Loch, das seit der Absetzung von Firefly an spaßigen Weltraumabenteuern im Fernsehen entstanden ist. Auf der anderen Seite wäre zudem die Krise, in der sich der Syfy aufgrund mangelnder Hit-Formate befand. Eine radikale Strategie sollte den US-amerikanischen Sender wieder zur alten Stärke verhelfen, wie sie einst durch die Brillanz von Battlestar Galactica anno 2004 ausgestrahlt wurde. Da kam die kanadische Produktion Killjoys aus dem Hause Space gerade recht: Zusammen mit The Expanse und Dark Matter sorgte die Geschichte rund um drei Kopfgeldjäger für futuristischen Serien-Content und ist nun auch endlich in Deutschland durchgestartet.

Killjoys ist in einer fernen Zukunft angesiedelt, in der die Menschheit unlängst den Weg in die unendlichen Weiten des Weltraums gefunden hat. Raumschiffe ermöglichen es, von Planet zu Planet und von Galaxie zu Galaxie zu gelangen – unzählige Abenteuer erwarten all diejenige, die mutig genug sind, sich auf eine Reise ins Ungewisse einzulassen. Damit dennoch eine Grundordnung herrscht, wurde ein Quadrantensystem etabliert, in dem interstellare Kopfgeldjäger für Recht und Ordnung sorgen. Im Auftrag der Reclamation Apprehension Coalition (kurz: RAC) begeben sich so auch Dutch (Hannah John-Kamen), John (Aaron Ashmore) und sein Bruder D’avin (Luke Macfarlane) auf eine Odyssee durch die vier, ihnen zugeteilten Quadranten, um all jene Schurken des Universums zur Rechenschaft zu ziehen, die es verdienen.

Geschaffen wurde Killjoys von Michelle Lovretta, die sich vor allem als Creator des Showcase-Formats Lost Girl einen Namen gemacht hat. Das freche Selbstbewusstsein der Mystery-Serie hat sie definitiv nicht verloren: Killjoys wirkt quicklebendig und versprüht eine unwiderstehliche Euphorie, wenngleich in den zehn Episoden er ersten Staffel nicht alles rund läuft. Nur schleppend kommt etwa die übergreifende Handlung in Fahrt, vom ständigen Leerlauf zwischen den aufregenden Entdeckungen fremder Welten ganz zu schweigen. Gleichzeitig begeistert Killjoys durch die Hingabe zu genau diesen Welten, die sich stets so anfühlen, als hätten sie auch schon vor der Ankunft der Protagonisten existiert. Tatsächlich gehört der multi-planetare Klassenkampf zu einem der aufregendsten Elemente, die heimlich im Hintergrund der ersten Staffel schlummern.

Natürlich sind die Parallelen zur echten Welt offensichtlich, obgleich sich Killjoys nicht vordergründig als Kommentar auf unsere Zeit versteht, wie es etwa bei der eingangs erwähnten Neuinterpretation von Kampfstern Galactica der Fall war. Michelle Lovrettas Schöpfung macht in erster Linie Spaß, besteht aber ebenso auf die ernsten, düsteren Töne der Geschichte. Als Dutch, John und D’avin das erste Mal aufeinandertreffen, besteht kein Zweifel, dass jede der Figuren ihre eigene Vergangenheit besitzt und auf gewisse Art und Weise von dieser Verfolgt wird. Stetig finden diese Geheimnisse ihren Weg ins Geschehen, bis sie dieses schließlich dominieren und somit das Trio nur noch enger zusammenschweißt. Killjoys folgt hier klassischen Mustern serieller Narration, beutet diese gelegentlich aus, hinterlässt am Ende aber durchaus einen sympathischen, wenn auch eher zahnlosen Eindruck.

Killjoys © Syfy/Space

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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