Läutet Okja eine neue Ära an Netflix-Filmen ein?

Läutet Okja eine neue Ära an Netflix-Filmen ein?

Bei Netflix finden gerade einige spannende Entwicklungen statt. Dazu gehört auch die Veröffentlichung von Okja, dem neuen Film von Bong Joon-ho. Doch was bedeutet das genau für die zukünftigen Netflix-Filme, die uns fortan in deutlich höherer Frequenz erwarten? Auf moviepilot habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und bin schließlich zum Entschluss gekommen, dass Okja vielleicht wirklich der Beginn einer neuen Ära sein könnte. Kompletter Text: Läutet Okja eine neue Ära an Netflix-Filmen ein?

[…] Natürlich sollte es zu denken geben, dass wir Martin Scorseses nächsten Film The Irishman(voraussichtlich) nicht im Kino, sondern nur auf Netflix sehen werden. Dieser durchaus beängstigende Aspekt der Entwicklung darf nicht vergessen werden. Gleichzeitig ist Okja der beste Beweis dafür, dass der Streaminganbieter in der jetzigen Filmlandschaft ein geeigneter Ort ist, um mit möglichst vielen Freiheiten eine spannende Idee zu verfolgen. Nicht zuletzt ist es Netflix zu verdanken, dass wir mit The Other Side of the Wind bald den letzten, unvollendeten Film von Regielegende Orson Welles nach fast einem halben Jahrhundert doch noch zu Gesicht bekommen. Die aufwendige Komplettierung eines als verloren geglaubten Werkes ist keine Selbstverständlichkeit, besonders für einen mittlerweile im Mainstream angekommenen VoD-Service wie Netflix. Die Frage ist bloß, wie lange diese begrüßenswerte Phase im Bewusstsein der Filme anhalten wird.

Wie bereits angedeutet trifft Netflix seit Kurzem im Serienbereich harte Entscheidungen, die jüngst unter anderem zur Absetzung von Sense8 und Girlboss führten, und will sich fortan mit mehr Experimenten auf ein weniger experimentelles Programm konzentrieren. Dieses Schicksal wird früher oder später auch die Netflix-Filme einholen. Bis es jedoch so weit ist, dürfen wir uns mindestens noch über einige ambitionierte Projekte von aufregenden Regisseuren freuen. Dazu gehören etwa Our Souls At Night von Ritesh Betra, Apostle von Gareth Evans, Hold the Dark von Jeremy Saulnier und Newness von Drake Doremus. Solange das Kino nicht bereit ist, solchen Künstlern eine angemessene Plattform zu gewähren, können sie die virtuellen Regale der Netflix-Bibliothek gerne mit ihren Visionen füllen. Insofern hat Okja tatsächlich das Tor in eine neue Ära des Netflix-Films aufgestoßen, wenngleich jetzt schon klar sein dürfte, dass diese Ära nicht für immer anhalten wird.

Okja © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


YOU MAY LIKE