Life Out of Balance: 25 Lieblingsfilme 2015

Life Out of Balance: 25 Lieblingsfilme 2015

Jedes Jahr verzweifle ich bei dem Versuch, eine endgültige Top-Liste mit meinen liebsten Filmen der vergangenen 365 Tage zu erstellen – so viele wunderbare Filmminuten, die ich auf der großen Leinwand bestaunen durfte, gilt es zu bedenken. Entscheidungen fallen mir sowieso schwer, besonders dann, wenn ich um eine solche finale Aufzählung geht. Viele Überlegungen sind mir durch den Kopf geschossen. Letzten Endes habe ich mich für meine 25 Lieblingsfilme entschieden, vielleicht folgen die Tage aber noch weitere Ausführungen. Nicht zuletzt haben einige meiner Favoriten bisher keinen Platz in diesem kleinen Jahresrückblick gefunden und es bricht mir fast das Herz, so viele wundervolle Filme (wie zum Beispiel Queen of Earth, A Most Violent Year, Brooklyn, Nasty Baby, 45 Years, Junun und, und, und) einfach nicht zu erwähnen. Jetzt fange ich aber lieber an, bevor ich mein gesamtes Konzept wieder über den Haufen werden. Für die Reihenfolge garantiere ich in drei Sekunden sowieso nicht mehr.

25. Magic Mike XXL (Gregory Jacobs, 2015)

25. Magic Mike XXL (Gregory Jacobs, 2015)

Ein Film, der so viel Lebensfreude versprüht wie kaum ein zweiter, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. Der Saal hat gebebt vor Begeisterung – sowohl seitens der Figuren als auch des Publikums. Das war natürlich ziemlich ansteckend, allerdings fällt mir kein einziges Argument ein, das dagegen sprechen würde. Ach ja, Kuchen natürlich!

24. Mistress America (Noah Baumbach, 2015)

24. Mistress America (Noah Baumbach, 2015)

Nach While We’re Young bereits der zweite Noah Baumbach-Film, der es 2015 in die deutschen Kinos geschafft hatte und im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein richtiger Knaller. Der Soundtrack ist immer top, Greta Gerwig und Lola Kirk fantastisch und die Erzählung von der Dekonstruktion eines Lebenstraums hat mich ebenfalls mitgenommen. Richtig gefallen hat mir vor allem der random Nachbar, der einfach so in den Film platzt und in puncto Timing wirklich ungeschlagen ist. Und ich glaube, noch nie habe ich jemanden dermaßen begeistert von Apocalypto reden hören.

23. The Martian (Ridley Scott, 2015)

23. The Martian (Ridley Scott, 2015)

Ich habe gelacht und geweint, denn The Martian lässt beides zu. Ein Film, der sicherlich nicht perfekt ist, dennoch habe ich mich sehr wohl gefühlt in den zweieinhalb Stunden, in denen uns Ridley Scott zwischen Mars und Erde hat pendeln lassen. Außerdem wartet The Martian womöglich mit meinem Lieblingsensemble des Jahres auf, besonders Jessica Chastain, Kate Mara, Kristen Wiig, Mackenzie Davis, Chiwetel Ejiofor und Donald Glover möchte ich hier neben dem omnipräsenten Matt Damon kurz nennen.

22. Hedi Schneider steckt fest (Sonja Heiss, 2015)

22. Hedi Schneider steckt fest (Sonja Heiss, 2015)

Ich glaube es war der erste Berlinale-Tag und ich hatte keine Ahnung, was mich mit Heidi Schneider steckt fest erwartet. Ausgehend vom Titel war mit einer peinlichen bis dämlichen deutschen Komödie zu rechnen. Dann hat es mich aber ganz kalt erwischt und rückblickend finde ich den Titel durchaus passend. Schon alleine, wenn Laura Tonke in den ersten Minuten auf einem Fahrrad fährt, als wäre sie Nina Hoss unter der Regieführung von Christian Petzoldt. Zu schade, dass dieses zerbrechliche Wunder in der deutschen Kinolandschaft komplett untergegangen ist.

21. Jurassic World (Colin Treverrow, 2015)

21. Jurassic World (Colin Treverrow, 2015)

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Jurassic World nicht der beste Film ist, der er hätte werden können. Aber ich muss gestehen, dass mich Colin Treverrows Spielberg-Verneigung selbst nach dem dritten Mal im Kino noch begeistert hat. Ein Film, an den ich mich dieses Jahr immer wieder gerne erinnert habe, steckt er voller denkwürdiger Augenblicke. Meine Lieblingseinstellung ist natürlich jene von Bryce Dallas Howard und wie sie in Zeitlupe mit Signalfeuer und High Heels vor dem T-Rex flüchtet – von Michael Giacchinos wirklich durch die Bank großartigen Soundtrack ganz zu schweigen.

20. Spotlight (Thomas McCarthy, 2015)

20. Spotlight (Thomas McCarthy, 2015)

Ich weiß gar nicht, was ich am meisten an Spotlight schätze. Ist es die außerordentlich ausgewogene Führung der Schauspieler_innen oder die spannende Auseinandersetzung mit dem Kernkonflikt? Ich bin mir nicht ganz sicher. Sehr oft musste ich in letzter Zeit bei Spotlight an The Wire denken – und ja: Der Film offenbart wie die genannte HBO-Serie eine unglaubliche Weitsicht auf die Dinge, die im Rahmen der Laufzeit angesprochen werden. Es ist eine Weitsicht, die ich zum Beispiel beim chilenischen Berlinale-Beitrag El Club sehr vermisst habe, denn der hat sich am Ende ziemlich unbefriedigend im Kreis gedreht, während Spotlight tatsächlich an eine Zukunft denkt, in der sich etwas verändert haben könnte.

19. Bridge of Spies (Steven Spielberg, 2015)

19. Bridge of Spies (Steven Spielberg, 2015)

So ein feiner und vielschichtiger Film, der in jeder Sekunde die Handschrift seines Schöpfers trägt. Steven Spielberg bleibt ein aufregender Meister seines Fachs und einer meiner absoluten Lieblingsregisseure. Manchmal denke ich mir Bridge of Spies ist ein routinierter Spielberg. Sobald ich Tom Hanks allerdings im eisigen Berlin stehen sehe, fällt mir wieder ein, wie reich und unendlich Steven Spielbergs Kino tatsächlich ist – von Routine kann da keine Rede sein. Schon gar nicht, wenn es sich um eine dermaßen klug aufbereitete Geschichte handelt. „Aren’t you worried?“„Would it help?“

18. Steve Jobs (Danny Boyle, 2015)

18. Steve Jobs (Danny Boyle, 2015)

Ich hätte Tränen in den Augen, weil der Film niemals aufhört zu begeistern. Danny Boyle und Aaron Sorkin haben ein Biopic konzipiert, das ab der ersten Minute auf 180 ist und sich immer weiter dreht, ohne Richtung und Perspektive zu verlieren. Jedes Wort ist ein geschliffenes Kunstwerk und am liebsten hätte ich Michael Fassbender und Kate Winslet (!!!) noch drei weitere Stunden zugesehen, wie sie die Computerwelt auseinandernehmen. Steve Jobs war wirklich atemberaubend und hat mich letzten Endes sogar dazu gebracht, über 600 Seiten aus der Feder von Walter Isaacson zu lesen. Und was Daniel Pemberton mit Life Out Of Balance komponiert hat, ist ebenfalls ungeheuerlich.

17. National Gallery (Frederick Wiseman, 2014)

17. National Gallery (Frederick Wiseman, 2014)

In Jackson Heights habe ich leider noch nicht gesehen. Dafür startete ich mit National Gallery in mein Kinojahr 2015 und habe drei ausgezeichnete Stunden in der Londoner National Gallery verbracht. Nach At Berkeley bin ich nun endgültig ein begeisterter Anhänger von Frederick Wisemans extraordinärer Beobachtungsgabe. Am meisten amüsiert habe ich mich über jene Debatte in den Räumen des titelgebenden Kunstmuseums, bei der die – mitunter verblüffenden – Vor- und Nachteile der Harry Potter-Premiere am Trafalgar Squares erörtert werden.

16. Respire (Mélanie Laurent, 2014)

16. Respire (Mélanie Laurent, 2014)

Mit Respire hat Mélanie Laurent einen noch zerbrechlicheren Film als Hedi Schneider steckt fest geschaffen, geprägt von Überwältigung und Selbstzweifel. Eine Odyssee durch die Melancholie des französischen Dünensands, der vor allem von Arnaud Potiers sagenhaften Aufnahmen zehrt und darüber hinaus We Are Young von Fun (feat. Janelle Monáe) in eine zerreißende Szene integriert.

15. Inside Out (Pete Docter & Ronaldo Del Carmen, 2015)

15. Inside Out (Pete Docter & Ronaldo Del Carmen, 2015)

Obwohl Pixar dieses Jahr mit The Good Dinosaur auch eine große Enttäuschung ablieferte, bewies Inside Out, dass die kreativen Sternstunden der Animationsschmiede längst nicht gezählt sind. Ein fantastischer Film mit einer unfassbar klaren Sprache – und das, obwohl er sich wohl an einem der komplexesten Orte der Welt abspielt, nämlich in unserem Kopf. Zwar verstehe ich meine Emotionen bis heute nicht. Aber Pete Docter und Ronaldo Del Carmen haben einen bemerkenswert verspielten wie einfachen Zugang die Wut, Angst, Freude, Ekel und Kummer ermöglicht, dass ich wünschte, diesen Film viel früher gesehen zu haben.

14. Digging for Fire (Joe Swanberg, 2015)

14. Digging for Fire (Joe Swanberg, 2015)

Prinzipiell freue ich mich über jeden Film, den Joe Swanberg mit seinem Mumblecore-Freundeskreis macht. Digging for Fire scheint dabei die ultimative Zusammenkunft vieler Weggefährten zu sein – angefangen bei tollen Menschen wie Anna Kendrick und Brie Larson über Sam Rockwell bis hin zu Jake Johnson und Rosemarie DeWitt. Und zum Schluss wird das Loch, das zuvor unbedingt ausgegraben werden musste, einfach wieder mit Erde zugeschüttet. Zum verrückt werden, dieses Leben. Außerdem: Dan Romers Soundtrack!

13. Tangerine (Sean Baker, 2015)

13. Tangerine (Sean Baker, 2015)

Energiegeladen bis zur letzten Minute: Tangerine ist eine mitreißende Odyssee und ein richtig starker L.A.-Film! Im Verlauf von eineinhalb Stunden geht die Sonne über der Metropole unter und das Ergebnis sind dermaßen knallige Farben – als wären Pain & Gain und Spring Breakers direkt vor Sean Bakers iPhone-Linse kollidiert. Ein Film, der nicht nur vorgibt, in den Straßen einer Stadt zu spielen, sondern diese Straßen einfach zum Leben erweckt, indem er schlicht ein paar Figuren folgt, die sich ihren Weg an Heiligabend durch die Stadt der Engel bahnen. Powerful. Emotional. Awesome.

12. Cemetery of Splendor (Apichatpong Weerasethakul, 2015)

12. Cemetery of Splendor (Apichatpong Weerasethakul, 2015)

Cemetery of Splendour ist ein unglaublich poetischer Film. Jede Regung ist von erhabener Schönheit und stets verschwimmt der Traum mit der Realität. Was ist wirklich in dieser Welt, die auf der einen Seite schlicht und reduziert scheint, auf der anderen Seite jedoch von unfassbarer Größe und Tiefe zeugt? Eine spannende Frage, der Apichatpong Weerasethakul bewusst mit keiner definitiven Antwort begegnet. Stattdessen verankert er einfach das Monster, das zwischenzeitlich im Dialog Erwähnung findet, ganz nebenbei in der Wahrhaftigkeit des Films – eine Wahrhaftigkeit, die sich auch in der letzten Szene zu Love is a Song von DJ Soulscape finden lässt, wenn Kinder auf einem Fußballfeld spielen, das zuvor von einem Bagger aufgegraben wurde. Traumhaft!

11. The Duke of Burgundy (Peter Strickland, 2014)

11. The Duke of Burgundy (Peter Strickland, 2014)

Berberian Sound Studio war 2013 ein Film, der mich lange verfolgt hat. Mit The Duke of Burgundy sollte es nicht anders sein. Peter Strickland ist ein Genie, wenn es darum geht, dem Fiebertraum eine Form zu verleihen – und zwar keine verschwitzte, sondern eine elegante voller Schönheit. Schmetterlinge fliegen durch dunkle Kammern, ganze Räume versinken im Dunst ihrer Ausstattung und dann gibt es da noch diese unheimlich sinnliche Komponente, mit der Peter Strickland in jeder Einstellung das Anwesen vor traumhafter Kulisse betritt. Auch ein bisschen Ekstase im barocken Gewand findet seinen Weg in diese stumme Bilderflut, die mich ins gleiche Labyrinth entführt hat, in dem ich vor Kurzem erst aus Peter Weirs Picnic at Hanging Rock erwacht bin.

10. The Assassin (Hsiao-hsien Hou, 2015)

10. The Assassin (Hsiao-Hsien Hou, 2015)

Die Schönheit des Kinojahres 2015 nimmt kein Ende. Hsiao-Hsien Hou hat mit The Assassin ein Werk erschaffen, bei dem ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Wenngleich die Kunst des Tötens auf den ersten Blick als quälend langsame erscheint, offenbart sie sich schnell als furioses Unterfangen. Kampfsequenzen, die nicht im Krawall ersticken, sondern voller Erhabenheit und Grazie die große Leinwand erobern. Dazu Qi Shu, die regelrecht schwerelos durch die verträumte Landschaft geleitet, sich anpirscht und sich dann in einem Akt des leichtfüßigen Blutvergießens in exakt jene Blume verwandelt, die im Hintergrund gänzlich unerkannt dem eindrucksvollen Gemälde zur unbeschreiblicher Vollkommenheit verhilft.

9. High-Rise (Ben Wheatley, 2015)

9. High-Rise (Ben Wheatley, 2015)

J.G. Ballards High-Rise ist eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen – ja, geradezu verschlungen – habe. Ein faszinierender Albtraum, der lange Zeit nur in vagen Vorstellungen in meinem Kopf existiert hat, obwohl jeder einzelne Satz erschreckend präzise zu Papier gebracht wurde. Insofern war ich wirklich neugierig, was Ben Wheatley aus dieser herausragenden Literaturvorlage mit Menschen wie Tom Hiddleston, Elisabeth Moss, Jeremy Irons, Luke Evans und Sienna Miller machen würde. Spätestens aber, als das S.O.S.-Cover von Portishead den Weltuntergang untermalte, war es um mich geschehen. Selbst wenn die Verfilmung von High-Rise nicht so geworden ist, wie ich sie mir immer vorsichtig vorgestellt habe, hat Ben Wheatley eine tollwütige Bestie entfesselt, die ich in ihrer Eigenart nicht vermissen möchte.

8. World of Tomorrow (Don Hertzfeldt , 2015)

8. World of Tomorrow (Don Hertzfeldt , 2015)

Wenn in einer Viertelstunde die Welt von Morgen in sich zusammenbricht: Don Hertzfeldt hat das Leben, das Universum und den gesamten Rest in einem Kurzfilm auf den Punkt (oder zumindest einen Punkt) gebracht – und das mit einer zerreißenden Tragik, die sogar die Emotionen in Pixars Inside Out in den Schatten stellt.

7. Knight of Cups (Terrence Malick, 2015)

7. Knight of Cups (Terrence Malick, 2015)

2015 war zweifelsohne ein gutes Jahr für L.A.-Filme, denn nach dem bereits erwähnten Tangerine erkundete auch Terrence Malick gemeinsam mit Kameramann Emmanuel Lubezki die Stadt der Engel. Wenngleich Knight of Cups nicht gänzlich losgelöst von dieser Welt ist – wie es zuletzt To the Wonder war -, schwebt dieser Film ähnlich virtuos durch eine Metropole und erzählt von ihren Menschen. Natalie Portman darf einen Strand entlang rennen und im Hintergrund entfesselt Terrence Malick Komponisten wie Edvard Grieg, Ludwig van Beethoven und Frédéric Chopin. Richtig stark: Die urbane Leere im Kontrast zur (un)berührten Natur in Terrence Malicks vorherigen Filmen.

6. Wild (Jean-Marc Vallée, 2014)

6. Wild (Jean-Marc Vallée, 2014)

Das kam unerwartet. Wild hat mich aber komplett erwischt – so richtig frontal, ohne, dass ich etwas dagegen tun konnte. Was für eine emotionale Achterbahnfahrt! Was für eine bezaubernde Reese Witherspoon! Und was für eine aufregende Inszenierung! Während Nick Hornby Cheryl Strayeds Geschichte in ein großartiges Drehbuch verwandelt, lässt Jean-Marc Valle Erinnerungen mit Erlebnissen verschwimmen und im Hintergrund erobern Simon & Garfunkel immer wieder die auditive Ebene. Außerdem sind da noch die The Shangri-Las, Portishead und Laura Dern. Am liebsten würde ich jetzt auch in diese Wildnis verschwinden und nie wieder zurückkehren.

5. Mad Max: Fury Road (George Miller, 2015)

5. Mad Max: Fury Road (George Miller, 2015)

Am Horizont zieht ein Sturm auf. Eine Naturgewalt wurde entfesselt, die nicht von dieser Welt stammt. Auch Mad Max: Fury Road scheint nicht von dieser Welt zu stammen – zumindest hat George Miller einen Actionfilm inszeniert, der die große Leinwand wahrhaftig zum Beben bringt, wenn er sie nicht gleich komplett sprengt. Wahnsinn und Eskalation: Die Reise auf der Fury Road gleicht einem tosenden Inferno ohne Rücksicht auf Verluste. Pures Kino, ständige Bewegung, absoluter Stillstand.

4. Star Wars: The Force Awakens (J.J. Abrams, 2015)

4. Star Wars: The Force Awakens (J.J. Abrams, 2015)

Nach einer Schlacht verschwindet langsam der aufgewirbelte Staub und Licht durchdringt die zerstörte Umgebung. Han und Leia stehen sich gegenüber und wechseln nur wenige Worte. Aber in diesem Moment wird mehr deutlich, als in jeder einzelnen Dialogzeile zuvor: In der Zwischenzeit – sprich den vergangenen 30 Jahren – hat sich etwas gewaltig verändert. Und diese gewaltige Veränderung hat einen gigantischen Graben inklusive Abgrund hinterlassen. Später dreht sich Luke um und blickt genau dieser Veränderung entgegen. Und dann wären da noch Rey, Finn, Poe Dameron, Kylo Ren und BB-8. Pure Liebe!

3. Inherent Vice (Paul Thomas Anderson, 2014)

3. Inherent Vice (Paul Thomas Anderson, 2014)

Ein Film über alles und gleichzeitig nichts: Inherent Vice verliert sich irgendwo im Nirgendwo – und gerade dieser unbegreifliche Zustand macht Paul Thomas Andersons Adaption von Thomas Pynchons gleichnamigen Roman zu einem der unvergesslichsten Trips, die ich dieses Jahr auf den unterschiedlichsten Leinwänden erleben durfte – sogar in einem kleinen Kino im Herzen Roms. Unbeschwert sing Chuck Jackson Any Day Now, obwohl die Melancholie von Jonny Greenwoods Score noch nicht einmal komplett verblasst ist. Aber zwischen diesen zwei Polen bewegt sich Inherent Vice auf der Suche nach einem Ausweg. Dass diese Suche aber nicht einmal am Ende mit der Fahrt in den Sonnenschein Erfolg hat, steigert die Tragik von Docs Geschichte nur ins Unendliche.

2. Carol (Todd Haynes, 2015)

2. Carol (Todd Haynes, 2015)

Ich weiß gar nicht, wie vielen Menschen ich in den vergangenen Wochen erzählt habe, wie schön Carol ist. Aber ja: Carol ist wirklich ungefähr der schönste Film, den ich dieses Jahr auf einer großen Leinwand gesehen habe. Ich kann es schon gar nicht mehr abwarten, bis ich von dem kompletten Film Screenshots machen kann. Vermutlich kenne ich schon jeden Frame aus dem Trailer auswendig. Aber es ist auch schlicht atemberaubend, wenn sich das Antlitz von Cate Blanchett oder Rooney Mara in einer Fensterscheibe spiegelt. Dazu Carter Burwells verträumte Musik und diese erhabenen 16mm-Aufnahmen: Es gibt absolut keinen Grund, sich nicht in Carol zu verlieben.

1. Victoria (Sebastian Schipper, 2015)

1. Victoria (Sebastian Schipper, 2015)

Ich habe lange überlegt, in welchem Film ich mich dieses Jahr am meisten verloren habe. Schlussendlich habe ich mich für Victoria entschieden, jenem Werk, das schon auf er Berlinale dafür gesorgt hat, dass mein Herz für zweieinhalb Stunden in erhöhter Frequenz geschlagen hat. Ich habe geschwitzt und war außer Atem, weil ich komplett die Welt um mich herum vergessen habe und plötzlich mitten in Berlins nächtlichen Straßen um mein Leben gerannt bin. Ein unvergessliches Abenteuer wie ich es in dieser unmittelbaren Nähe bisher nur sehr selten im Kino erlebt habe. Und dann im Morgengrauen unscheinbare Schritte auf dem Asphalt: Diese Geräusche werde ich nie wieder vergessen. Unendlich!

Magic Mike XXL © Warner Bros. / Mistress America © 20th Century Fox / The Martian © 20th Century Fox / Hedi Schneider steckt fest © Pandora Filmverleih / Jurassic World © Universal Pictures / Bridge of Spies © 20th Century Fox / Spotlight © Paramount Pictures / Steve Jobs © Universal Pictures / National Gallery © Kool / Respire © Gaumont / Inside Out © Disney / Digging for Fire © Sony Pictures / Tangerine © Magnolia Pictures / Cemetery of Splendour © Rapid Eye Movies / The Duke of Burgundy © Edition Salzgeber / The Assassin © Delphi Filmverleih / High-Rise © DCM Filmverleih / World of Tomorrow © Don Hertzfeldt / Knight of Cups © Arthaus / Wild © 20th Century Fox / Mad Max: Fury Road © Warner Bros. / Star Wars: The Force Awakens © Disney / Inherent Vice © Warner Bros. / Carol © DCM Filmverleih / Victoria © Senator

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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