Mad Max: Fury Road – Prologue

Mad Max: Fury Road - Prologue

Es gibt immer wieder Film, mit denen, wenn sie ins Kino kommen, etwas zu Ende geht. Das kann ganz unpersönlich der Abschluss einer Filmreihe sein. Viel spannender dagegen sind allerdings die persönlichen Kreise, die sich schließen, wenn ich zum Beispiel nächste Woche endlich Mad Max: Fury Road auf der großen Leinwand bestaune. Bestaune kann in diesem Fall tatsächlich verwendet werden, ganz egal wie gut oder schlecht George Millers Endzeitvision am Ende ist. Immerhin grenzt es für mich schon fast an einem Wunder, dass ich diesen Film überhaupt jemals sehen darf, lässt sich seine Ankündigung bis zu jene Zeitpunkt zurückverfolgen, an dem ich angefangen habe, mich bewusster und intensiver für Filme zu interessieren und mich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Damals – sprich irgendwann 2009 – hatte ich weder einen der alten Mad Max-Filme gesehen, noch eine Ahnung, um was es da eigentlich geht. Nur der ikonische Titel und die Tatsache, dass Mel Gibson bis zu diesem Zeitpunkt jenen Road Warrior gemimt hatte, war mir bekannt. Aus irgendeinem Grund war ich trotzdem Feuer und Flamme für diesen vierten Teil – selbst wenn seinerzeit auch Sam Worthington im Topf der potentiellen Hauptdarsteller um sein Überleben paddelte. Aber klar, es war das Avatar-Terminator-Salvation-(Clash-of-the-Titans-)Jahr.

Im Lauf der folgenden Monate wurden diverse Details zum Rebootquel bekanntgegeben. So sollt gleich ein fünfter Teil (Mad Max: Furiosa) mitentwickelt werden und Charlize Theron die weibliche Hauptrollen in Mad Max: Fury Road spielen. Gleichzeitig tauchten immer wieder Meldungen im Netz auf, die von Verzögerungen und Verschiebungen sprachen. Richtig abgesagt wurde das Projekt jedoch nie, dafür aber irgendwo in der Versenkung verschwunden. Ehrlich gesagt hatte ich den Film zwischenzeitlich sogar wieder komplett vergessen, bis vor einer gefühlten Ewigkeit das erste Bild von Tom Hardy in Montur aufgetaucht ist. Das war fast schon surreale Situation für mich. Nicht zuletzt hatte ich zu diesem Zeitpunkt fast sämtliche Filme gesehen, von deren Realisierung ich 2009 noch geträumt habe.

Und dann war da auf einmal dieser verdreckte Bane-Darsteller neben einem Motorrad, obgleich ein Kinostart längst nicht in greifbarer Nähe war. Weiter ging das Warten auf einen Film, zu dessen zugrundeliegenden Franchise ich immer noch keinerlei Beziehung hatte. Viel Langeweile und aus Bibliotheksausweis haben schließlich im Sommer 2013 dazu geführt, dass ich mir Mad Max in der ZLB ausgeliehen und zu Gemüte geführt habe. Großartig involviert in das pre-apokalyptische Treiben war ich allerdings nicht. Viel spannender dagegen: Das post-apokalyptische Treiben in Mad Max 2: The Road Warrior, von dem ich erst 2014 Zeuge wurde. Angetan vom Chaos im Wasteland stieg die Vorfreude auf das ungeheure Action-Feuerwerk, dass ich mir von Mad Max: Fury Road erwartete, wenngleich für mich die unsicherer Existenz des Films immer noch einem Running Gag gleichkam.

Dann Comic-Con und BÄM! Nach all den Jahren des Zweifelns setzten knapp drei Minuten Bewegbild alle meiner Wunschvorstellungen außer Kraft und teaserten etwas absolut Größenwahnsinniges an. Rückblickend ist es mir jetzt fast ein bisschen peinlich, wie ich mir 2009 Mad Max: Fury Road ausgemalt habe. Dafür freue ich mich jetzt um so mehr, das sandige Tohuwabohu mit eigenen Augen in Gänze zu betrachten. Ein bisschen Wehmut schwingt dabei durchaus mit, ist es eben einer dieser besonderen Kreise, die sich schließen – vermutlich ist Mad Max: Fury Road sogar der letzte Film, dem ich seit einer Zeit entgegenfiebere, in der ich filmisch noch ganz grün hinter den Ohren war.

Mad Max: Fury Road © Warner Bros.

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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