Maggie’s Plan – Kritik

Maggie's Plan - Kritik

Im Rahmen des Panorama der Berlinale 2016 eroberte ein kleiner, feiner Film namens Maggie’s Plan die große Leinwand. Greta Gerwig, Julianne Moore und Ethan Hawke laufen sich im lebendigen New York über den Weg. Gelegentlich verirren sich auch Maya Rudolf und Bill Hader in den Straßen der genannten Metropole. Auf moviepilot: Maggie’s Plan und das unberechenbare Leben

[…] Jede der drei Phasen, sprich Akte, entwickelt dabei seine eigene Stimmung. Anfangs besteht akute Verwechslungsgefahr mit den Werken von Noah Baumbach, später spielt sich der Einfluss eines Woody Allen ganz deutlich in den Mittelpunkt. Wenn Frances Ha und Mistress America auf Der Stadtneurotiker und Manhattan treffen, darf natürlich eine wichtige Konstante nicht fehlen: New York City. Die Stadt spielt in Maggie’s Plan eine genauso große Rolle wie in den Vorbildern des Films – sei es die Vertiefung urbaner Subkulturen oder schlicht ein Schwenk durch die bürgerlichen Milieus der Metropole. Maggies Wohnung gleicht einem Loft und natürlich kommen sie und John sich zum ersten Mal auf einer Parkbank näher. Das größte Problem hierbei gestaltet sich wie folgt: Rein formell weiß Rebecca Miller all diesen einzelnen Elementen keine neue Verve zu verpassen.

Was Maggie’s Plan trotzdem so sehenswert macht, ist – abseits des wundervollen Casts, der sich neben den bereits erwähnten Schauspielerinnen und Schauspielern aus Maya Rudolph und Bill Hader zusammensetzt – der Diskurs zur Unberechenbarkeit des Lebens aus der Perspektive einer jungen Frau. Rebecca Miller verortet ihren Film in einer Welt, in der die Figuren in Planungsgedanken zu ersticken drohen und sich dabei möglichst einfach sowie zielgerichtet absichern wollen, ohne sich je verbindlich entscheiden zu müssen. Es herrscht eine große Angst, jeden Augenblick von seinem Gegenüber fallengelassen zu werden. Und in diesem Punkt greift Rebecca Miller sehr schön ein unbeschreibliches Gefühl auf, das sich zuletzt durch die erste Staffel von Aziz Ansaris Netflix-Serie Master of None gezogen hat. Egal, welche Vorkehrungen Maggie im Lauf der Jahre mit berechnender Sorgfalt getroffen hat: Am Ende setzt sich das Schicksal und dessen Ironie durch. Maggie kann nicht alles richtig machen, genauso wie Guy nie die letzte Gleichung lösen wird. […]

Maggie’s Plan © Freedom Media

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias

Letzte Artikel von Matthias (Alle anzeigen)



YOU MAY LIKE