Marvel’s Inhumans – Das Problemkind des MCU

Marvel's Inhumans - Das Problemkind des MCU

Nach den enttäuschenden ersten zwei Episoden von Marvel’s Inhumans habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, was es mit dieser Enttäuschung genau auf sich hat und was sie für das Marvel Cinematic Universe bedeutet. Das Fazit meines Textes auf moviepilot ist allerdings kein positives: Marvel’s Inhumans – Das Problemkind des Marvel Cinematic Universe

[…] Wie schon erwähnt, lockten Teaser, Trailer und Poster mit der Aussicht auf eine Auswertung in IMAX-Kinos rund um den Globus. Ja, das IMAX-Label nahm fast einen größeren Platz in der Marketingkampagne ein als die Vorstellung der Inhumans selbst. Anfang September feierten die ersten beiden Episoden schließlich in den USA ihre Premiere, während die hiesige IMAX-Auswertung heimlich, still und leise um zwei Wochen verschoben wurde und nur in zwei der lediglich drei IMAX-Kinos in Deutschland stattfand. Zu sehen gab es einen 75-minütigen Cut, der mehr IMAX-Bilder enthielt, insgesamt aber neun Minuten kürzer ist, als die ABC-Fassung. Das sollte den Eventcharakter steigern, führte jedoch zu noch mehr Irritation. Mehr bezahlen, um weniger zu sehen? Vor allem, wenn die visuelle Aufbereitung zusammen mit dem Leipziger Flughafen den hässlichen Bodensatz des MCU markiert? Die Verhältnisse sind hier völlig außer Kontrolle geraten.

Marvel hat von Anfang hoch gepokert und kennt sich daher bloß in überdimensionalen Größen aus. Was im Kino hervorragend (nach Formel) funktioniert, lässt sich allerdings nicht problemlos ins Fernsehen übertragen und zündet erst recht nicht, wenn großspurig beide Kanäle zufriedengestellt werden sollen. IMAX verkommt von einer vielversprechenden Chance zum werberelevanten Aushängeschild ohne eigene Identität, und beugt sich schlussendlich dem Franchise-Branding als Zugpferd. Die Fanbase wird überschätzt und etwaige neue Zielgruppe können das Angebot nicht mehr entschlüsseln, da der rote Faden fehlt. Am Ende des Tages wirkt Marvel’s Inhumans wie ein Produkt, das aus der Not heraus geboren, überstürzt umgesetzt und noch vor Veröffentlichung in den Sarg gelegt wurde. Wenn in ein paar Wochen die letzte Episode läuft, können es vermutlich selbst die Verantwortlichen nicht mehr erwarten, endlich den Deckel über diesen Sarg zu schieben.

Marvel’s Inhumans © ABC

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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