Marvel’s Iron Fist – Season 1, Episode 1 – Recap

Marvel's Iron Fist - Season 1, Episode 1 - Recap

Nach Marvel’s Daredevil, Marvel’s Jessica Jones und Marvel’s Luke Cage offenbart sich Marvel’s Iron Fist leider als erste Enttäuschung der Marvel-Netflix-Serien, die seit zwei Jahren nicht nur das MCU, sondern auch die Serienlandschaft ordentlich aufgemischen. In meinem Pilot-Check auf mp bin ich zwar noch optimistisch. Nach fünf weiteren Episoden setzt jedoch Ernüchterung ein und ich hoffe, dass die zweite Staffelhälfte da noch einiges herumreißen kann. Auf moviepilot: Marvel’s Iron Fist – Pilot-Check zum Debüt des letzten Defenders

[…] Problematisch ist dagegen etwas anderes: Marvel’s Iron Fist ist zu sehr gefangen in seiner eigenen Geheimniskrämerei und wiederholt dahingehend viel zu oft Informationen, die bereits beim ersten Mal nur bedingt von Interesse waren. Immer wieder signalisiert Danny, dass sein New York-Leben im Alter von zehn Jahren aufgehört und er dementsprechend einiges nachzuholen hat. Angefangen von seinem grobmotorischen iPod bis hin zu dem Moment, als er im Begriff ist, den ersten Kaffee seines Leben zu trinken, ist Scott Buck zu sehr bemüht, diese Ereignisse mit behaupteter Beiläufigkeit einzustreuen, sodass am Ende genau das Gegenteil der Fall ist: Viele Begegnungen wirken forciert und konstruiert – Marvel’s Iron Fist fehlt bisweilen jegliche Selbstverständlichkeit für den New York-Groove, den sich Daredevil, Jessica Jones und Luke Cage hervorragend zu Eigen gemacht haben.

Dabei deuten die gewohnt elegant-düsteren Opening Credits eine Menge Potential an, das sich aus der Verbindung von Bewegungsabläufen und der urbanen Verortung des Geschehens ergibt. Mit Iron Fist geht nämlich auch ein Versprechen von furiosen Kampfsequenzen einher, die betont auf Martial-Art-Künste setzen und daher das sowieso schon bemerkenswerte Action-Repertoire der Marvel-Netflix-Serien um feine Nuancen erweitern. In Colleen Wing (Jessica Henwick) findet Danny schnell eine Verbündete im Geiste, wenngleich diese vorerst noch nichts von ihrem Glück weiß. Die Frage ist nur, wann Marvel’s Iron Fist anfängt, all die eingeführten Elemente elegant zu verbinden, anstelle angestrengte wie unglaubwürdige Zufälle heraufzubeschwören, die kaum etwas mit dem lässigen So Fresh, So Clean von OutKast gemein haben, das eingangs Danny auf seiner Odyssee durch den unfreundlichen, aber doch faszinierenden Großstadtdschungel begleitet.

Marvel’s Iron Fist © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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