Marvel’s Luke Cage – Season 1, Episode 1 – Recap

Marvel's Luke Cage - Season 1, Episode 1 - Recap

Bäm! Dass Netflix und Marvel eine ausgezeichnete Kombination sind, haben bereits Marvel’s Daredevil und Marvel’s Jessica Jones bewiesen. Auch Marvel’s Luke Cage schlägt ein wie eine Bombe und und bringt die Erde zum Beben.  Am meisten gefällt mir nach wie vor das NYC-Porträt, das die Marvel-Netflix-Serien von Episode zu Episode zeichnen. Auch der stählerne, von seine Vergangenheit geplagte Wüterich macht da keine Ausnahme und bringt zahlreiche neue Facetten mit. Auf moviepilot: Marvel’s Luke Cage – Pilot-Check zur neuen Superhelden-Serie

[…] Die popkulturellen Querverweise, die lobenswerterweise der Erzählung dienen, hören an dieser Stelle nicht auf. Alleine Lukes Apartment erzählt fast mehr über die Figur, als es seine eigenen Worte vermögen. An der Wand hängt ein Miles Davis-Poster, während auf dem Tisch daneben Der unsichtbare Mann von Ralph Ellis liegt. Die Lektüre über einen schwarzen Mann, der sich nicht physisch, sondern sozial unsichtbar im Amerika der Nachkriegszeit fühlt, kommt nicht von ungefähr, sondern spiegelt Lukes Schicksal wieder, der entgegen seiner – sprichwörtlich – dicken Haut alles andere als gelassen durch die Straßen Harlems streift. Obgleich er Kugeln abfangen kann, bevor sie den Pistolenlauf richtig verlassen haben, gab es vor langer Zeit Kaliber, die tiefere Wunden hinterlassen haben, als er zugeben will. Also wählt Luke das eingangs erwähnte Leben in Bescheidenheit, ein Leben in Isolation. Die Frage ist nur, wie er diesem Labyrinth wieder entkommt.

Insofern machen es sich die ersten 60 Minuten zur Aufgabe sehr viel über Lukes Situation und das Umfeld, in dem er sich befindet, zu erzählen. Zwischen Gewalt und Ungerechtigkeit formt sich etwa die New Harlem Renaissance-Bewegung und es dauert nicht lange, bis im Vorbeigehen ein „Black lives matter“ fällt. Ob es sich dabei um bloßes Namedropping handelt oder nicht, lässt sich ausgehend von einer Episode natürlich nur schwer abschätzen. Mit dem Wissen um die bisherigen Marvel-Netflix-Serien besteht dennoch die Hoffnung, dass sich die Ambitionen nicht in Schall und Rauch auflösen, sondern ernst genommen werden. Sowohl Daredevil als auch Jessica Jones vermochten nicht nur die Abgründe ihrer Figuren beachtlich herauszuarbeiten, sondern ebenso die Probleme auf der Straße anzusprechen, die von den Avengers vorzugsweise vernachlässigt werden. Luke Cage ist auf dem besten Weg, das nicht zu tun, denn er befindet sich genau am Puls der Zeit.

Marvel’s Luke Cage © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


YOU MAY LIKE