Musik & Film #1: Baby you’re a rich Man

Musik & Film #1: Baby you’re a rich Man

Lange hat es gedauert, bis ich mir für das film feuilleton ein eigenes, regelmäßiges Format – wenn man es so nennen mag – ausgedacht habe. Der Ergebnis ist letzten Endes mehr oder weniger spontan und vermutlich um einiges weniger komplex ausgefallen, als ursprünglich geplant. Dennoch vereint die geplante Artikelreihe zwei Themen, die mich täglich inspirieren, mich bewegen und über die ich folglich auch gerne schreibe: Musik und Film. Nicht selten entwickelt sich aus der Kombination zwischen musikalischem Zusammenspiel und bewegten Bildern ein atemberaubender Rausch, der zu unvergesslichen Momenten führt. Dabei spielt es keine Rolle, ob konventionelle Untermalung mittels orchestrierten Score, eine experimentelle Gestaltung des Geschehens oder den Einsatz von Source Music – sprich irgendwelche bereits existenten Songs, die nicht extra für den Soundtrack komponiert wurden – im Vordergrund steht. Hauptsache ist, der entstehende Augenblick ist hinterlässt Eindruck, beschäftigt mich oder ist einfach ein audiovisuelles Erlebnis, das in mal mehr, mal weniger ausführlichen Textzeilen festgehalten werden soll.

Bereits in meinen Harry Potter-Impressions erwähnte ich einen solchen Moment, in dem sich dank kreativer Gestaltung etwas völlig Unerwartetes aber gleichzeitig auch Wunderschönes ereignet. Genau solche Szenen sollen fortan wöchentlich (also jeden Dienstag) vorgestellt und beschrieben werden. Den Anfang macht David Finchers Meisterwerk The Social Network mit den Baby you’re a rich man von den Beatles. Vor ein paar Monaten erwähnte ich diese einmalige Zusammenstellung im Rahmen einer Glorreichen Sieben auf moviepilot. Auch heute kann ich noch jedes dieser Worte unterschrieben:

The Social Network ist alles andere als ein lahmer Facebook-Film. David Fincher erzählt mit unglaublichem Dynamik eine packende Geschichte – egal ob erfunden oder mit Tatsachen fundiert – und kreiert ein unglaubliches Portrait des aktuellen Zeitgeists. Wenn Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) am Ende mit ungewisser Mime schon fast verzweifelt die aufgerufene Page im Browser aktualisiert und langsam Baby you’re a rich Man von den Beatles das Geschehen für sich beschlagnahmt, dann wird ein brillantes Werk mit einem großartigen emotionalen Höhepunkt vollendet. Das einzige, was diesen Augenblick hätte übertreffen können, wäre eine Untermalung mit You can’t always get what you want von den Rolling Stones gewesen.

The Social Network © Sony
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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