Musik & Film #14: A Whiter Shade of Pale

Musik & Film #14: A Whiter Shade of Pale - Oblivion

Als ich mir vergangene Woche Joseph Kosinskis Science-Fiction-Werk ‚Oblivion‚ im Kino angesehen habe, freute ich mich vor allem darauf, den verheißungsvollen Score von M83 im Zusammenspiel mit der präzise eingefangenen sowie authentisch gestalteten Bilderwucht zu erleben. Obwohl ich im Voraus (zu) viel über den Film gelesen hatte und somit aufgrund meiner Neugier den ein oder anderen Spoiler ärgerlicherweise nicht umschiffen konnte, gestaltete sich ungefähr zur Hälfte der Laufzeit ein Ereignis, das ich überhaupt nicht erwartet hatte. Dabei handelte es sich jedoch keineswegs um einen ausgeklügelten Twist, sondern die im Grunde klassische Verwendung von Source Musik – konkret A Whiter Shade of Pale von Procol Harum: Während der von Tom Cruise verkörperte Jack Harper mittels Plattenspieler womöglich ein letztes Mal in das Kulturgut längst vergangener Tage eindringt, ertönen die vertrauten Klänge von Matthew Fishers Hammond-Orgel. Inspiriert von Johann Sebastian Bachs Harmonien, die sich irgendwo zwischen der Air sowie der Kantate Wachet auf, ruft uns die Stimme, BWV 140 wiederfinden, ertönt Gary Brookers Stimme und erzählt Keith Reids rätselhafter Schilderung einer erlebnisreichen Party, die nur so von psychedelischen Augenblicken strotzt. Zuerst als Teil der diegetischen und später der nicht-diegetischen Ebene veranschaulicht Joseph Kosinski kunstvoll die Selbstentfremdung seines Protagonisten, dessen unnatürlich kontrolliertes Bewusstsein ausschließlich durch Bruchstücke von Erinnerungen im essentiellen – also tatsächlichen – Sein verankert ist. Spätestens an dieser Stelle war ich begeistert – schließlich gehört A Whiter Shade of Pale zu meinen absoluten All Time Favorites.


Oblivion © Universal Pictures International (UPI)

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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