Musik & Film #22: Berberian Sound Studio

Berberian Sound Studio (Peter Strickland, 2012)

Während zwei Männer äußerst engagiert mit Macheten auf einen Melonen-Berg einschlagen, ereignet sich auf der Leinwand das pure Grauen. Blutspritzer, zerfetzte Körperteile und schwarze Handschuhe – das alles sind jedoch nur Vermutungen, denn tatsächlich gewährt Peter Strickland den Zuschauer keinen Einblick in die Geschenisse, die Toby Jones mit entstetztem Blick verfolgt. Selbst wenn die handlungsgebende Prämisse von Berberian Sound Studio die Entstehung respektive Vertonung eines Giallos – sozusagen eines Films im Film – schildert, bekommen wir das entsprechende Werk nie zu Gesicht. Ausschließlich das liebevoll gestaltete Sound Design definiert The Equestrian Vortex, den es zu vertonen gilt, etwas genauer. Diese hauptsächlich akustische Herangehensweise bietet eine grandiose Steilvorlage für sämtliche Facetten der Klangkunst im Film – die Filmmusik mit eingeschlossen. Dementsprechend offenbart sich bereits die Credit-Sequenz am Anfang, untermalt von Broadcasts Opening-Theme, als großartige Komposition von Musik und Bewegtbildern sowie als wunderbare Hommage.

Von Matthias Hopf

Bild- und Videoquelle: Berberian Sound Studio © Rapid Eye Movies
Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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