Musik & Film #34: I’m Sitting On Top Of The World

King Kong (Peter Jackson, 2005)

King Kong ist und bleibt ein kleines Meisterwerk, das seinerzeit vermutlich in Anbetracht der gestellten Erwartungen eines zweiten Ring-Epos nur scheitern konnte. Selbst wenn das Werk an sich nie die Vollkommenheit erreicht, wie sie beispielsweise in jedem Frame von The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring zu entdecken ist, arrangierte Peter Jackson 2005 einen Fantasy-Blockbuster, der in puncto Abenteuergeist und Atmosphäre bis heute nur einen sehr kleinen Kreis an Nachfolgern gefunden hat. Womöglich war der Film wie sein titelgebender Riesenaffe sogar der letzte seiner Art – doch darüber sinniere ich vielleicht einmal an anderer Stelle ausführlicher. Heute möchte ich nur die ersten paar Minuten erwähnen. Diese zeichnen sich vor allem durch die Verwendung eines großartigen Musikstücks aus: I’m Sitting On Top Of The World, interpretiert von Al Jolson.

Mit den ersten Tönen entlässt Peter Jackson die Zuschauer in ein New York der 1933er Jahre und beschwört mit diesem fantastischem Song den Zeitgeist einer gesamten Dekade herauf. Natürlich punkten die bewegten Bilder mit ihren detaillierten Schauwerten – doch ohne die musikalische Präsenz von Al Jolsons Stimme sowie den dazugehörigen Rest wäre dieses Opening nicht dasselbe gewesen. Wie als würde die durchtriebene Stadt zum Leben erwachen, eifern die Menschen hastig mit dem Takt der Musik ihrem turbulenten Alltagstreiben hinterher, sodass noch vor dem nächsten Sonnenaufgang das höchste Gebäude der Welt fertig ist und triumphierend in den Himmel ragt. Und am Ende befinden sie sich Ann Darrow (Naomi Watts) und King Kong (Andy Serkis) tatsächlich on top of the world und es folgt der unvermeidbare Niedergang. Just like Humpty Dumpty.

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Nachdem Peter Jackson mit I’m Sitting On Top Of The World in unheimlich kurzer Zeit ein unglaublich präzises Portrait einer aufstrebenden Metropole entworfen hat, wandert der musikalische Stab an James Newton Howard über, der mit einem gewaltigen wie einfühlsamen Score das Abenteuer bis zum Finale begleitet. Eine Filmmusik, die definitiv vorbildlich im Zusammespiel mit dem gezeigten Odyssee agiert.

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Von Matthias Hopf

King Kong © Universal Pictures
Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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