Musik & Film #39: Codex

Prisoners (Denis Villeneuve, 2013)

Vorgestern noch hier gebloggt, heute auch an dieser Stelle: Eine Sequenz aus Denis Villeneuves neusten Film Prisoners, die dank Radioheads Codex den Atem zum Stocken bringt.

Am Samstag habe ich mir irgendwann zwischen Weltraumkollaps und anderen Dingen Denis Villeneuves Prisoners angesehen, der zweifelsohne dank der großartigen Kameraarbeit von Roger Deakins sowie einer durchtriebenen Performance seitens Jake Gyllenhaal sehenswert war – selbst wenn ich das Meisterwerk, als das der Film überall gepriesen wird, nicht entdeckt habe. Dennoch stecken in diesen 154 Minuten viele starke (Gänsehaut-)Momente, die vor allem eine fesselnd kühle Atmosphäre transportieren. Genau ein solcher existiert in den letzten Minuten von Prisoners und ich meine nicht den Augenblick – ACHTUNG SPOILER! –, wenn Loki (ja, der heißt so und es ist nicht Tom Hiddleston) das Pfeifen des im Boden vergrabenen Keller (ja, der heißt so und es ist Hugh Jackman) zu vernehmen meint. Nein, der um einiges intensivere Akt ereignet sich kurz zuvor, wenn beschriebene Szene mit Radioheads unbeschreiblichem Song Codex vom ebenso vorzüglichen Album The King of Limbs eingeleitet wird. Dies ereignet sich fein abgestimmt auf der nicht-diegetischen Ebene, wechselt jedoch unerwartet in die diegetische. Denn tatsächlich ertönt besagtes Werk im Radio, dessen Präsenz wir Zuschauer erst viel später bemerken. Und dann schaltet es der Typ von der Spurensicherung selbiges einfach aus und nur noch hilflose Worte durchdringen die Stille dieses wahnsinnigen, wenn auch nicht vollends vollkommenen Endes.

Von Matthias Hopf

Prisoners © Tobis
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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