Musik & Film #4: Outro

Musik & Film #4: Outro

Cloud Atlas, die waghalsige Adaption von David Mitchells gleichnamigen Roman, als Monstrum zu betiteln, käme der beinahe allumfassenden Größe dieses – an anderer Stelle treffend als Beautiful Disaster beschriebenen – Werkes nicht gerecht. Was Tom Tykwer und die Wachowski-Geschwister in nur einem Film auf die Leinwand bannen, erreicht ein Ausmaß, das selbst mit den Worten Tod, Leben, Geburt, Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit, Liebe, Hoffnung und Mut nur grob auf den Punkt gebracht werden kann. Im Grunde war die Verfilmung von Anfang zum Scheitern verurteilt und dennoch beinhaltet das Resultat sämtlicher Schwächen zum Trotz etwas Unwiderstehliches. Cloud Atlas sprudelt von faszinierenden Gedanken und fesselnden Ideen. Diesen Eindruck vermittelte bereits der erste, gigantische Trailer – nicht zuletzt aufgrund der musikalischen Untermalung mit dem unbeschreiblichen Outro von M83 am Ende.

Zu Beginn untermalen noch die zerbrechlichen sowie wunderschönen Klänge des Wolkenatlas-Sextetts die präsentierten Bilder. Insgesamt sechs Handlungsstränge und unzählige Schicksale verbindet die feine und unvergessliche Komposition. Nach einem reißerischen Intermezzo erreicht der Trailer schließlich seinen kraftvollen Höhepunkt. Mit der schwarzen Aufblende offenbart sich nicht nur eine von Trümmern besetzte Welt, sondern die ersten Töne von Outro erklingen wie ein emotionaler Strudel. Sicherlich würde manch einer diesen Part als Manipulation der Gefühle bezeichnen. Doch selbst wenn es so ist, lasse ich mich gerne von der beschriebenen Zusammenstellung in eine fantastische Vision entführen, die irgendetwas Einzigartiges beinhaltet. Seitdem ich den Cloud Atlas-Trailer zum ersten Mal gesehen habe, geht mir die Melodie mitsamt gleitender Harmonien und wenigen gesprochenen Worte nicht mehr aus dem Kopf.

I’m the king of my own land

Facing tempestrs of dust

I’ll fight until the end

Creatures of my dreams raise up and dance with me!

Now and forever

I’m your King!

Cloud Atlas © X-Verleih
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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