Musik & Film #6: Shadow On The Sun

Musik & Film #6: Shadow On The Sun

Die Stadt atmet. Ein unglaublich pulsierendes Gefühl. Obwohl erst wenige Minuten von Michael Manns Collateral vergangenen sind, hat sich Los Angeles als authentischer und lebendiger Handlungsort etabliert. Erst neulich begeisterte mich, wie Jean-Pierre Melville sein Meisterwerk Le Samouraï Paris in eine eiskalte Atmosphäre hüllt und dadurch beachtliches Inszenierungs-Gespür beweist. Auch Michael Mann gehört zu den wenigen Regisseuren unserer Zeit, die es verstehen, ihre Werke in echter Kulisse zu positionieren. Nicht zuletzt sind Heat und Collateral sogar [quite coincidentally] durch zwei bestimmte Locations verbunden, denn wo erstgenannter endet – am Flughafen in L.A. – beginnt die einmalige Taxifahrt mit Tom Curise und Jamie Foxx und endet wiederum in der Metro der Stadt der Engel – dort, wo Heat anfängt.

In Collateral kommt es schließlich zu einem außergewöhnlichen Moment. Max (Jamie Foxx) und Vincent (Tom Cruise) sitzen im Wagen, fahren im Bilderrauschen durch die nächtlichen Straßen der Metropole und auf einmal ist Stille. Unheimliche Stille. Ein Kojote überquert die von Gebäuden und Lampen umringte Fahrbahn. Ein unwahrscheinliches – oder zumindest befremdlich wirkendes – Ereignis. Doch genau in diesem Augenblick setzten langsam die ersten Töne von Audioslaves Shadow of the Sun ein und Chris Cornells kraftvolle sowie leidenschaftliche Stimme ertönt. Pure Gänsehaut – besonders nach allem, was zuvor passiert ist.

Once upon a time
I was of the mind
To lay your burden down
Leave you where you stood
You believed I could
You’d seen it done before
I could read your thoughts
And tell you what you saw
And never say a word
But now all that is gone
Over with and done
Never to return
[…]


Collateral © Paramount Pictures
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


YOU MAY LIKE