Musik & Film #62: After the Lights Go Out

Musik & Film #62: After the Lights Go Out

Nachdem es bereits Denis Villeneuves mit Prisoners in diese Kategorie geschafft hat, folgt nun Enemy. Ein Film, den ich aus den unterschiedlichsten Gründen sehr lange vor mir hergeschoben habe. Drei Wochen nach dem offiziellem Kinostart habe ich es nun doch geschafft und frage mich rückblickend, was so schwer daran war. Klar, um was es in dem Film ging: keine Ahnung. Ehrlich gesagt war ich auch ein Gros der Laufzeit davon genervt, was passiert, wenn Jake Gyllenhaal und Jake Gyllenhaal aufeinandertreffen. Lediglich Mélanie Laurent hat mich aus der betäubenden Tristesse des Geschehens herausgerissen und dafür gesorgt, dass ich 80 Minuten durchgehalten habe, bis ich zum Schluss sogar sagen konnte, dass mir Enemy irgendwie gefallen hat.

Schuld daran ist zweifelsohne die Verwendung von After the Lights Go Out, die auf der Zielgeraden dem kompletten Film auf den Kopf stellt. Leise ertönt das Stück von The Walkers Brothers im Hintergrund, als der vermeintliche Mindfuck seinen Höhepunkt erreicht hat. War ich zu diesem Augenblick noch abgestoßen von den Spinnen, die sich ihren Weg durch diesige Farbfilter bahnten, machte es nun auf einmal Klick: Das alles ist absurd, das alles ist witzig, das alles ist ein Film. Ein Song, so erlösend und erleichternd, als würde sich die ganze bedeutungsschwangere Last zuvor in ein gleichermaßen verspieltes wie ironisches Gedankenexperiment verwandeln. Am Ende gehen die Lichter aus und man kann über die Pointe lachen oder auch nicht.

Enemy © Capelight

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias

Letzte Artikel von Matthias (Alle anzeigen)



YOU MAY LIKE