Musik & Film #64: Going To A Town

Musik & Film #64: Going To A Town

Das Rauschen des Maises, gleichermaßen unbändig wie durchdringend: Die Kamera jagt dem flüchtenden Tom hinterher, der im Anschluss übel zugerichtet wird. Auch im weiteren Verlauf von Tom à la ferme nimmt diese sowohl physische als auch psychische Qual kein Ende. Der Peiniger schlägt zu, wie es ihm beliebt. Und Xavier Dolan erschafft mit jeder weiteren Minute ein Werk, das anfangs bedrohlich vor sich hin brodelt und schließlich zur unangenehmen Bestie mutiert. Kaum stehen sich zwei der Figuren aus dem überschaubaren Ensemble gegenüber und wechseln ein paar Worte, entfaltet der Film eine beängstigende Atmosphäre, die den Atem stocken lässt. Genauso scharf, trostlos und feindselig wie die Blätter des Maises im Herbst brennt sich Tom à la ferme ins Gedächtnis ein. Gnadenlos geht das von statten. Es gibt kein Entkommen aus diesem Labyrinth der Ungewissheit. Nur am Ende bleibt die vertraute Stimme von Rufus Wainwright und besingt die beklemmende Tristesse, zu deren Umschreibung zwar jegliches Synonym fehlt, deren Echtheit jedoch keineswegs bezweifelt werden kann.

Tom à la ferme © KOOL Filmdistribution

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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