Musik & Film #8: Festival

Musik & Film #8: Festival

Eingeschlossen. Kein Entkommen. Die Hoffnung verloren. Leben und Tod sowie die ganze Welt in einem Augenblick vereint. Eingeschlossen in der Felsspalte eines Canyons irgendwo in der Nähe des Canyonlands-Nationalparks in Utah. Dort ringt Aron Ralston (im Film verkörpert von James Franco) 2003 für 127 Stunden um sein Leben. Eine unvergleichbare Durststrecke auf dem Weg ins Ungewisse, auf dem Weg zur Überwindung seiner selbst. Mit letzter Lebenskraft amputiert er sich schließlich selbst den rechten Arm, um aus der Schlucht zu entkommen – um zu überleben. Ein Kraftakt unendlichen Ausmaßes. Der letzte Fluchtweg in das Leben. Und dann: Freiheit, pure Freiheit. Selbst wenn Aron völlig kaputt auf dem heißen Wüstensand zusammenbricht, ist es ein Kapitel der Erlösung und dementsprechend inszeniert Danny Boyle den finalen Moment seines Werkes. Obwohl 127 Hours rundum mit starken Songs und Kompositionen – wie beispielsweise das einleitende Never Hear Surf Music Again oder das stille If I Rise – ausgestattet ist, hat mich die Verwendung eines Liedes nicht mehr losgelassen: Festival von Sigur Rós. Sprühend von Lebensfreude und -energie manipuliert diese Zusammenstellung vielleicht die Gefühle – doch das war nach dem intensiven sowie unvergesslichen Abenteuer zuvor mehr als nötig. Ein emotional überwältigender Moment.

127 Hours © 20th Century Fox
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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