Musik & Film #89: Running Wild – The Sopranos

Musik & Film #89: Running Wild - The Sopranos

Nach all den inneren Kämpfen, die ich in den vergangenen Wochen und Monaten mit mir selbst ausgetragen habe, wenn es darum ging, eine weitere Episode von The Sopranos zu schauen, war ich mir lange Zeit nie sicher, ob es die Serie jemals nochmal schaffen wird, das in mir auszulösen, was die erste Staffel geschafft hat. Doch jetzt sitze sich seit ein paar Stunden fast nur noch sprachlos da, während die letzten Stunden mit Tony Soprano und seiner Familie an mir vorüber ziehen. Eine Episode ist noch übrig, dann bin ich durch. Ein merkwürdiges Gefühl, gefördert durch die bedrohliche Stimmung von Running Wild, jenem Musikstück der Tindersticks, das am Ende von The Blue Comet (Staffel 6, Episode 20) erklingt.

Die Ruhe vor dem Sturm, der Anfang vom Ende – The Sopranos hat im Verlauf der 85 Episoden, die ich bisher gesehen habe, unglaublich viele perfekte Entscheidungen getroffen, was die musikalische Untermalung angeht (meine bisheriger Favorit war in dieser Hinsicht ein ganz zerbrechlicher Augenblick in Meadowlands). Vermutlich ist aber bisher kein einziges Musikstück dermaßen unter die Haut gegangen wie diese instrumental Version von Running Wild. Ich hoffe, dass sie niemals endet. Am liebsten würde ich die Serie einfach jetzt –  in dieser melancholischen Stimmung – beenden. Gleichzeitig wurde mir das Ende so oft als eines der unbeschreiblichsten Enden in der Seriengeschichte angepriesen, das ich viel zu neugierig bin. Ein Dilemma.

The Sopranos © HBO

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


YOU MAY LIKE