Musik & Film #9: The Times They Are a-Changin‘

Musik & Film #9: The Times They Are a-Changin'

Es gibt einzelnen Szenen, die schaue ich mir immer wieder gerne an – oftmals sogar ohne den Kontext des Gesamtwerks. Die Opening-Credits von Zack Snyders Adaption Watchmen gehören definitiv zu dieser Auswahl. Immer wieder stolpere ich über diese  fünf Minuten, wenn Bob Dylans Stimme mit The Times they are a Changing und ein visuell atemberaubender Bilderreigen die grundlegende Geschichte der Wächter erzählt. Eine unglaubliche Fülle an Details sowie unzählige Referenzen zum Graphic Novel: In diesem Moment erwachen die Gedanken von Alan Moore auf der Leinwand tatsächlich zum Leben. Auf moviepilot habe ich dieser Sequenz vor ein paar Monaten bereits meinen Tribut gezollt:

 Come gather ’round people, wherever you roam

Egal was über den Rest der Alan Moore-Adaption Watchmen – Die Wächter gesagt wird: Mit dem herausragenden Intro hat Zack Snyder einen der stärksten Handlungseinstiege der vergangenen Dekade inszeniert. Neben Referenzen zur Graphic Novel, einer optisch bemerkenswerten Aufmachung und gelungenen Einführung sämtlicher Figuren, erwies sich vor allem die Verwendung von The Times they are a Changing als genialer Clou. Die Worte von Bob Dylan kommentieren kongenial das Gezeigte und darüber hinaus wurde auch ein zweiter Song des Künstlers im Film untergebracht. Zwar ist die ebenfalls starke Interpretation von Jimi Hendrix zu hören, aber trotzdem passt auch All along the Watchtower einwandfrei in das Szenario.

Watchmen © Paramount Pictures
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


  • Ich finde die Einstiegssequenz auch großartig und leider auch das Beste am ganzen Film. Könnte ich mir auch ununterbrochen anschauen…

    • Das Intro ist natürlich großartig, aber trotzdem muss ich mir oft eingestehen, dass mir ebenfalls der Rest von Zack Snyders Adaption größtenteils gefällt. Natürlich kein Vergleich zur überragenden Graphic Novel… aber irgendwo ein Film, der mich lange beschäftigt hat – sowohl inhaltlich als auch visuell.

  • Wie will man so ein revolutionäres Werk auch zufriedenstellend visualisieren. Da gibt es so viele Hürden und das alles im Hinterkopf hat Snyder schon einen grandiosen Job gemacht. Gut, dass er das Tentakel-Monster am Ende durch eine aktuellere Zerstörungsmaschine ersetzt. Und dann natürlich Jeffrey Dean Morgan als Comedian und Jackie Earle Haley als Rorschach (wenn ich mir je vorgestellt habe, wie sich seine Stimme anhört, genau so tut sie es). Das Intro steht da natürlich an der Spitze. Simpel und sogkräftig entledigt er sich damit aller bremsenden Rückblenden mit fast einem Schlag und kreiert gleichzeitig diese Mischung aus Nostalgie und unruhig brodelnder Aufbruchstimmung, die aus der grapic novel einfach so schwer rauszusaugen sind. The Black Freighter gibt’s ja im Film, doch leider nur im Ultimate Cut. Guten Grundes, glaube ich.

    Gemessen an der Aufgabe, ein Kunstwerk – eine der wenigen gelungenen Comic-Verfilmungen, die es geschafft haben das Meidum Comic in der Optik des Films sichtbar werden zu lassen, anstatt nur die Geschichte zu erklären (Hat Snyder ja auch in 300 geschafft; Man of Steel ist da sicher eine andere Geschichte :D)

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