Musik & Film #90: The Edge of Night

Musik & Film #90: Edge of Night

Ob er ein Lied kenne, will der Truchsess von Gondor (John Noble) von Pippin (Billy Boyd) in The Lord of the Rings: The Return of the Kings wissen, als er begierig über sein Mittagsmahl herfällt. Eine unangenehme Stille breitet sich im Thronsaal aus, ehe der Hobbit seine zurückhaltende Antwort gibt. Doch der tyrannische Herrscher besteht darauf, während der schmatzend Tomaten in seiner Mundhöhle zerquetscht. Es ist ein ekliges Geräusch, insbesondere in Verbindung mit der Situation, in der sich Pippin befindet. Dann ertönt jedoch seine zarte Stimme und vereint sich mit all dem Ekel und Grauen, das in Mittelerde vor sich geht. In einer atemberaubenden Parallelmontage verschwimmen die stummen Eindrücke einer Schlacht mit dem schlingenden Lauten des Widerlings auf dem Thron. Pippins gesangliche Darbietung, The Edge of Night, legt sich aber über all das Getose und schafft einen kleinen Moment der Unendlichkeit, bevor die Pfeile der Orks Faramirs (David Wenham) Reiter in Osgiliath treffen und das Blut aus dem Mund des Truchsess quillt. Pippin hält kurz inne, um neuen Mut zu schöpfen, sein Lied zu beenden. Howard Shore greift ihm schließlich mit der geballten Kraft seines gesamten Orchesters unter die Arme. Stark.

The Lord of the Rings: The Return of the King © Warner Bros.

Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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