My Son, My Son, What Have Ye Done (W. Herzog, 2009)

My Son, My Son, What Have Ye Done (Werner Herzog, 2009)

„Why is the whole world staring at me?“, brüllt Brad Macallam in seiner Verzweiflung und Ernst Reijsegers Kompositionen untermauern den Urschrei, der aus seinem Inneren dringt. Erneut schleudert Brad die Worte in die Welt, bis er nur noch hauchen und flüstern kann. Erhört wird er allerdings von keiner Menschenseele. Das Bild gefriert und die Zeit bleibt stehen, sodass den Blicken der Außenstehenden nichts anderes übrig bleibt, als zu starren – trotzdem können sie den reisenden Bach vor ihren eigenen Augen nicht sehen. Mit erhobenen Händen nähert sich Detective Havenhurst dem Haus des Wahnsinnigen. Als würde sich in diesem Augenblick eine unsichtbare Wand vor ihm aufbauen, gelangt er jedoch keinen Schritt weiter. Allgemein scheint keine der Figuren dazu in der Lage zu sein, sich jener unberechenbaren Persönlichkeit zu nähern, die aller Wahrscheinlichkeit nach, die eigene Mutter ermordet hat.

Lediglich eine Pizza schafft des mitsamt Karton durch einen kleinen Schlitz unter dem Garagentor. Bevor aber die vier SWAT-Teams das Haus stürmen, tritt Brad lieber freiwillig vor die Tür und lässt sich in Handschellen abführen. Endlich entkommen und trotzdem nimmt der Albtraum kein Ende: Vielleicht liegt es gerade am Zusammenspiel von Werner Herzogs Regie und David Lynchs Präsenz, der als ausführender Produzent fungierte, dass sich My Son, My Son, What Have Ye Done dermaßen hoffnungslos in der suburbanen Hölle San Diegos verliert. Selbst wenn die Sonne ungehemmt auf die Straßen knallen würde, kein einziger Sonnenstrahl hätte auch nur die Chance, tatsächlich den trockenen Asphalt zu berühren. Verdorben und böse sind die finsteren Gestalten, die sich hier herumtreiben und, ja, auch ein bisschen Surrealismus hat seinen Weg in das Werk gefunden, der zwischen all der Ekstase für verstörende Momente sorgt.

My Son, My Son, What Have Ye Done © Kinowelt Arthaus

Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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