Night Fishing – Impressions

Paranmanjang von Chan-wook Park und Chan-kyong Park

Da der Content hier in den letzten Tagen sehr Yasujirō Ozu-lastig war (und vermutlich auch weiterhin sein wird), gibt es jetzt einen kurzen Abstecher in eine andere Ecke des Kinos. Via Indie Wire bin ich heute – einmal wieder – auf den expermintellen Kurzfilm ‚Night Fishing‚ aufmerksam geworden. In unregelmäßigen Abständen ist mir das außergewöhnlichem Werk von Chan-wook Park und Chan-kyong Park bereits des Öfteren über den Weg gelaufen. Angesehen habe ich ihn mir jedoch nie. Vielleicht war die Tatsache zu abschreckend, dass der komplette Film ausschließlich mittels iPhone aufgenommen wurde – wobei gerade dieser Umstand einen der spannenden Aspekte von ‚Night Fishing‘ darstellt. Jetzt habe ich ihn endlich gesehen und 30 Minuten erlebt, die vor allem von faszinierenden Elementen geprägt waren: Angefangen bei der unkonventionellen Aufnahmetechnik über das Spiel der Farben – die Übergänge zwischen schwarzweißem Bildmaterial und illustrierter Darstellung erfolgen im Gesamtwerk fließend – bis zur assoziativen Erzählweise. Der Prämisse zufolge treibt es lediglich einen Mann (Kwang-rok Oh) zum Fischen. Nebel liegt über dem Wasser und der Wald im Rücken kündet von etwas Unheimlichem. Was anschließend folgt ist teilweise befremdlich, gleichzeitig absolut menschlich und dann wiederum absurd sowie abstrakt. Ein unberechenbares Unterfangen, das mich sogar ein stückweit ratlos zurückgelassen hat. Aber das passiert eben, wenn wir des Nachts fischen gehen. Und wäre alles auf den ersten Blick verständlich, würde der Spaß an Interpretation sowie Auseinandersetzung fehlen und die Magie der bewegten Bilder ginge womöglich verloren.

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Von Matthias Hopf

Bild- und Videoquelle: Night Fishing © KT Corp.

Matthias

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Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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