Sand Storm – Kritik

Sand Storm - Kritik

Mit Sand Storm (OT: Sufat Chol) hat Regisseurin Elite Zexer einen richtig starken Film geschaffen, der mich dieses Jahr auf der Berlinale besonders begeistert hat. Auf moviepilot habe ich ein paar ausführlichere Gedanken dazu zusammengefasst: Sand Storm und die Kraft des israelischen Kinos

[…] Dabei entstehen immer wieder filmische Räume, die sowohl als Metapher dienen als auch – praktisch gedacht – als Schauplatz. Schon der Schritt über die Türschwelle entpuppt sich als unüberwindbare Hürde, ganz zu schweigen vom Vorhof des Hauses, der sich aufgrund der Wäsche, die dort zum Trocknen hängt, in ein unergründlichen Labyrinth verwandelt. Und das Schlimmste: Layla kann sich nie sicher sein, welches Unheil sich hinter dem nächsten flatternden Bettlaken versteckt. Jetzt bleibt ihr nur eine Wahl: Sich vorsichtig vortasten, denn ein Happy End wird sie nicht erhalten, obgleich sich mehrmals die Möglichkeit dazu offenbart. Dafür ist Sand Storm viel zu klug, viel zu weitsichtig, um die wertvolle Vorarbeit in glückseliger Belanglosigkeit zu vernichten. Anstelle überstürzt einen idyllischen Sonnenuntergang heraufzubeschwören, beweist Elite Zexer Geduld und Hoffnung. Der Erfolg ist ein kleiner Fortschritt, der von Generation zu Generation entsteht.

Es ist eine überaus realistische Einschätzung, dass die Veränderung durchaus der Zeit unterlegen ist – völlig egal, wie sehr man sie zu beeinflussen versucht. Wenn Layla zum Schluss einen Schritt wagt, der alleine auf ihren Schultern lastet, dann ist es gleichzeitig einer in Richtung Veränderung. Und wenn diese stattfindet, dann prägt sie umso nachhaltiger. Dass es bis dahin jedoch ein weiter und steiniger Weg ist, das dokumentiert Elite Zexer in Sand Storm mit berührenden wie kraftvollen Bildern.

Sand Storm © 2-Team Productions

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


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