Sea of Dreams: 25 Lieblingsserien 2016

Sea of Dreams: 25 Lieblingsserien 2016

Nachdem ich vor ein paar Tagen bereits über meine 25 Lieblingsfilme von 2016 geschrieben habe, soll an dieser Stelle das gleiche Prozedere mit meinen 25 Lieblingsserien 2016 folgen. Dabei zählen alle episodischen Formate, die in den vergangenen zwölf Monaten ihre Premiere gefeiert haben. Wiederholungen und verzögerte/verspätete Ausstrahlungen in Deutschland etc. werden nicht berücksichtigt. Ebenso einzelne Pilot-Episoden, wie sie etwa Amazon veröffentlicht.

Als ich in den vergangenen Tage meine Liste mit allen gesehenen Serien durchgegangen bin, hat sich allerdings – wie schon bei den Filmen – herausgestellt, dass 25 Plätze viel zu wenig sind, um die Serienvielfalt zu würdigen, die wir aktuell erleben dürfen. Daher möchte ich erneut einen kurzen Prolog einschieben und weitere Vertreter erwähnen, die es zwar nicht auf die finale Liste geschafft haben, mich dieses Jahr dennoch auf angenehme bis inspirierende Weise begleitet haben.

Zuerst wäre da die vierte Staffel von House of Cards, die ich so sehr genossen habe wie keine zuvor. Auf der Berlinale entdeckte ich zudem Love, Nina und The Night Manager. Außerdem hatte ich mit The Shannara Chronicles viel Spaß und würde gerne noch eine zweite Staffel von Roadies sehen. Cameron Crowes Serien-Debüt wurde jedoch leider nicht verlängert, ebenso das ambitionierte Musikdrama Vinyl und Amazons Mad Men-Pendant Good Girls Revolt.

Darüber hinaus haben mir einzelne Episoden von Black Mirror und Easy ausgezeichnet gefallen, während ich nach One Mississippi und Fleabag am Boden zerstört war. In eine ähnliche Richtung gehen die zweite Staffel von Unbreakable Kimmy Schmidt und die erste von Lady Dynamite. Ebenfalls einen Blick wert: Insecure, High Maintenance, Angie Tribeca, Baskets, BrainDead und 11.22.63. Und dann war da noch das glückliche Wiedersehen mit The Walking Dead, Red Oaks und You’re the Worst.

Oh, und bevor ich es vergesse: Zwei Episoden in Spielfilmlänge, die nicht wirklich in die folgende Auflistung passen, dürfen auf keinen Fall unerwähnt bleiben. Auf der einen Seite wäre da Sense8: A Christmas Special, das sich wie ein ganz persönliches Abschiedsgeschenk an 2016 seitens der Wachowskis-Schwestern und J. Michael Straczynski anfühlt. Auf der anderen Seite bekam Andrew High dieses Jahr von HBO die Möglichkeit, mit Looking: The Movie die gleichnamige Dramedy abzuschließen, die vor einem Jahr tragischerweise gecancelt wurde. Einen wundervolles Finale, das mich bis zur letzten Einstellung verzaubert hat.

25. Togetherness – Season 2 (HBO)

Verlängert wurde Togetherness nach der zweiten Staffel zwar nicht mehr. Dennoch haben Mark und Jay Duplass mit den letzten acht Episoden bewiesen, wie viel Talent in ihnen schlummert, um unkonventionelle Geschichten über die Liebe und das Leben zu erzählen.

24. Bloodline – Season 2 (Netflix)

Selbst wenn ich nach dem Ende der ersten Staffel überaus skeptisch war, wie es mit Bloodline weitergehen soll, hat mich die zweite Runde wirklich überzeugt, unter anderem aufgrund des überragenden Ensembles. Definitiv eine der unterschätztesten Netflix-Serien.

23. The Crown – Season 1 (Netflix)

Hätte ich für moviepilot keine Interviews zu The Crown gemacht, wäre diese Netflix-Produktion wohl komplett an mir vorbeigegangen. Zur Vorbereitung habe ich mir dann trotzdem den Pilot angesehen, woraufhin es um mich und meinen Schlaf geschehen war.

22. Marvel’s Luke Cage – S01 (Netflix) / Marvel’s Daredevil – S02 (Netflix)

Was?! Zwei Serien auf einem Platz? Geht das denn? Klar, sage ich, denn was Netflix aktuell mit seinen Marvel-Serien anstellt, formt sich zu einem Kunstwerk, angesiedelt in New York City. Bisher meine Lieblingsecke des Marvel Cinematic Universe.

21. Search Party – Season 1 (TBS)

TBS hat dieses Jahr die Serienlandschaft ordentlich aufgemischt und mehrere hervorragende Serien produziert. Die tollste davon ist ohne Zweifel Search Party mit Alia Shawkat in der Hauptrolle – als würden Veronica Mars und Maeby Fünke auf Girls treffen!

20. Planet Earth II – Season 1 (BBC)

Gerade in einem der düstersten Momente von 2016 offenbarte Planet Earth II wie wunderschön (und zerbrechlich) unsere Erde doch eigentlich ist. Atemberaubende Aufnahmen von allem, was da kreucht und fleucht. Pures Staunen! Besonders beeindruckend waren auch die Dreh-Tagebücher im Anschluss.

19. Better Things – Season 1 (FX)

Pamela Adlon hat mit Better Things eine herausragende Dramedy geschaffen, die von Episode zu Episode besser wird und in einem Finale mündest, bei dem es mir aufgrund der schlichten Ehrlichkeit einfach nur die Sprache verschlagen hat.

18. The Get Down – Season 1 (Netflix)

The Get Down, Baz Luhrmanns kostspieliges Serien-Debüt, ist sicherlich noch nicht dort angekommen, wo es einmal hinwill. Die ersten sechs Episoden waren aber furios und musikalisch eines meiner absoluten Highlights 2016.

17. Transparent – Season 3 (Amazon)

Ich bin immer wieder erstaunt, dass dieses Amazon-Juwel dermaßen unpopulär ist, obgleich es zu den ältesten Eigenproduktionen des US-amerikanischen Streaminganbieters gehört. Wie dem auch sei: Die dritte Staffel von Transparent katapultiert Mauras Geschichte erneut in ungeahnte Höhen.

16. Silicon Valley – Season 3 (HBO)

Gleichermaßen bitter wie herzerwärmend: Was würde ich Richard und Co. endlich den Erfolg gönnen, den sie sich so offensichtlich verdient haben. Doch Silicon Valley ist viel zu raffiniert, um es seinen Figuren so einfach zu machen. Toll, wie sich diese HBO-Comedy entwickelt!

15. Stranger Things (Netflix)

Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich Stranger Things gesehen habe, bevor der Nostalgie-Hype/-Wahn alles auf den Kopf gestellt hat. Denn eigentlich verbirgt sich in dieser kleinen, aber feinen Spielberg-Hommage nur eine liebevolle Geschichte über Freundschaft und ein paar Monster in Suburbia.

14. Better Call Saul – Season 2 (AMC)

Ich finde es wirklich beachtlich, dass Vince Gilligan mit Better Call Saul keinen Breaking Bad-Klon kreiert, sondern ohne Rücksicht auf Verluste die komplette Tonlage seiner ursprünglichen Schöpfung verändert hat. Better Call Saul ist und bleibt auch in der zweiten Staffel bärenstark.

13. Halt and Catch Fire – Season 3 (AMC)

Vor ein paar Jahren lächelte noch jeder, als AMC mit Halt and Catch Fire einen Mad Men-Ersatz in Stellung bringen wollte. Anno 2016 müssten sich aber selbst die größten Zweifler eingestanden haben, dass Christopher Cantwells und Christopher C. Rogers’ Arbeit ein vollständiger Triumph ist.

12. Game of Thrones – Season 6 (HBO)

Nach der enttäuschenden fünften Staffel ist Game of Thrones wieder back on track und liefert nach den Episoden der vierten Runde meine liebsten der gesamten Serie ab. Überwältigend und mitreißend, sowohl in den großen als auch in den kleinen Momenten. MVP: Sansa!

11. Horace and Pete – Season 1 (LouisCK.net)

Louis C.K. hat im Alleingang eine der stärksten Dramaserien des Jahres auf die Beine gestellt und dafür längst nicht allen Respekt erhalten, den er verdient hat. Dass Horace and Pete überhaupt existiert, ist ein Wunder. Also los, schaut euch diese zweifelnde Amerika-Hymne an!

10. The Night Of – Season 1 (HBO)

Die Pilot-Episode gehört zu den besten Episoden des Jahres. Auch darüber hinaus hat The Night Of vieles zu bieten – als wäre ein kleiner Teil von The Wire im Jahr 2016 auf die heimischen Bildschirme zurückgekehrt: Eine beachtliche Analyse von System und Gesellschaft.

9. American Crime Story – S01 (FX) / O.J.: Made in America – S01 (ESPN)

Ja, ich schummel’ schon wieder, aber American Crime Story und O.J.: Made in America sind wie füreinander geschaffen. Selten sind zwei komplett unterschieliche Formate von zwei verschiedenen Sendern eine solch packende wie harmonische Symbiose eingegangen.

8. BoJack Horseman – Season 3 (Netflix)

Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass eines Tages ein sprechendes Pferd zu den wertvollsten Serienfiguren der Gegenwart gehören würde. BoJack Horseman bleibt weiterhin auf Kurs und lieferte mit der dritten Staffel sogar sein zeitloses Opus Magnum ab: Fish Out of Water.

7. Orange Is the New Black – Season 4 (Netflix)

Ehrlich gesagt gibt es nur wenige Dinge, die mich weniger reizen als Gefängnisgeschichten. Bis heute habe ich keine Episode von Oz gesehen und das Prison Break-Revival nehme ich ebenfalls kaum war. Und trotzdem: Orange Is the New Black macht einfach alles richtig und lässt mich nicht los.

6. Girls – Season 5 (HBO)

Habe ich schon einmal erwähnt, wie sehr ich Girls liebe? Selbst wenn es manchmal schwer ist, sitze ich am Ende einer jeden Episode völlig aufgelöst da, weil zwischendurch mindestens genauso viel Schönes wie Grausames passiert ist. Ich kann mir gar kein Leben ohne diese Serie vorstellen.

5. Westworld – Season 1 (HBO)

Durchkomponiert bis zum letzten Akt: Jonathan Nolan und Lisa Joy haben mir das Serienjahr mit ihrer Adaption von Michael Crichtons Westworld deutlich versüßt. Eine Serie, die unglaublich viele Angriffspunkte bietet, obwohl sie noch längst nicht ihr komplettes Potential ausgeschöpft hat.

4. The Americans – Season 4 (FX)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit The Americans eines Tages die Ära der großen Dramaserien zu Ende gehen wird, wie sie einst von The Sopranos, The Wire und Six Feet Under eingeläutet wurde. Sollte es wirklich so sein, wäre The Americans der wohl bestmögliche Abschluss.

3. Atlanta – Season 1 (FX)

Donald Glover! Demnächst darf er zusammen mit Alden Ehrenreich das Star Wars-Universum erobern. Zuvor hoffe ich aber, dass er noch sehr viel Energie und Schaffenskraft in Atlanta stecken kann. Jede Nuance dieser Dramedy – und es gibt sehr viele davon – ist ein kleines Kunstwerk.

2. The Girlfriend Experience – Season 1 (Starz)

Als bekanntgegeben wurde, dass ausgerechnet Starz sich an einer Adaption von Steven Soderberghs Experimentalfilm The Girlfriend Experience versucht, war jeder Zweifel gerechtfertigt. Das Resultat gehört jedoch zu den verblüffendsten Serien dieses Jahres.

1. Rectify – Season 4 (SundanceTV)

Und dann endet sie, die emotional komplexeste Serie, die ich bis dato gesehen habe. Im Angesicht der finalen Minuten von Rectify hatte ich tatsächlich ein paar Tränen in den Augen. „I hope your life’s filled with wonder, Daniel.“ #FarewellRectify

Und mit diesem Stück möchte ich das Serienjahr 2016 ausklingen lassen. Laut Spotify gibt es nur einen Song, den ich dieses Jahr öfter gehört habe.

Game of Thrones © HBO / Togetherness © HBO / Bloodline © Netflix / The Crown © Netflix / Marvel’s Daredevil © Netflix / Search Party © TBS / Planet Earth II © BBC / Better Things © FX / Transparent © Amazon / Silicon Valley © HBO / Stranger Things © Netflix / Better Call Saul © AMC / Halt and Catch Fire © AMC / Game of Thrones © HBO / Horace and Pete © LouisCK.net / The Night Of © HBO / American Crime Story © FX / BoJack Horseman © Netflix / Orange Is the New Black © Netflix / Girls © HBO / Westworld © HBO / The Americans © FX / Atlanta © FX / The Girlfriend Experience © Starz / Rectify © SundanceTV

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


  • Heisenberg

    Ich glaube mit Rectify muss ich dann wohl doch mal anfangen. Immer wieder nur positives darüber gelesen, aber irgendwie trotzdem ignoriert. Was vielleicht auch ein bisschen daran liegt, dass mich die ausufernde Serienlandschaft mittlerweile etwas überfordert. Da warte ich lieber 2-3 Staffeln ab, dann stechen die wirklichen Perlen klarer heraus.

    Ansonsten viel Zustimmung für deine Liste, die meisten tauchen auch in meiner Jahresliste und meinem Jahreszusammenschnitt auf: https://www.youtube.com/watch?v=rUmWaXPghn0

    • Schönes Video, besonders die Halt and Catch Fire-Passage zum Schluss! <3

      Und ja, vielleicht ist es in Zukunft besser, erst einmal ein paar Staffeln ins Land ziehen zu lassen. Habe dieses Jahr auch viele (Network-)Serien angefangen, die ich dann irgendwann wieder abgebrochen habe. Aber für Rectify ist es nie zu spät! 🙂

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