Snatch – Season 1, Episode 1 – Recap

Snatch - Season 1, Episode 1 - Recap

Als Snatch, das Serien-Reboot von Guy Ritchies gleichnamigen Kultfilm, vor ein rund einem Jahr angekündigt wurde, musste ich nur mit den Augen rollen. Irgendwie fühlt sich diese Serie wie die Definition von Peak TV an und ich finde wirklich keine Gründe, warum sie existieren sollte. Nun habe ich mir dennoch den Auftakt angesehen und gleichermaßen genervt wie angetan. Ganz nett, ganz überflüssig und ein bisschen daneben: Zumindest freue ich mich, dass Rupert Grint mal wieder was macht. Auf moviepilot: Snatch – Der Pilot-Check zum Serien-Reboot mit Rupert Grint

[…] Zwei Kleinganoven auf ihrem Weg in die Verdammnis: Was auf den ersten Blick wie eine gut gelaunte Gangster-Komödie wirkt, nimmt schnell eine drastische Wendung, wenn man sich überlegt, dass sie bei allem (Miss-)Erfolg, den sie in der ersten Episoden verzeichnen können, in erster Linie von den Menschen um sie herum ausgenutzt werden. Albie und Charlie glauben naiv und unerfahren, wie sie sind – endlich, einen Fuß in die Tür bekommen zu haben. Sie müssen also erst noch herausfinden, dass sie jeder entweder übers Ohr hauen oder schonungslos für seine eigenen Zwecke ausnutzen will. Es ist überaus tragisch, aber mit Herz und womöglich der einzige Punkt, in dem sich Snatch von Guy Ritchies durch und durch zynischer Männerwelt abheben und eine eigene Vision entwickeln kann. Denn Rupert Grint ist kein Jason Statham und auch kein Brad Pitt – und trotzdem passt er perfekt in diese Welt, die er mit seiner versteckten sowie offensichtlichen Unsicherheit bereichert.

„Stay relevant“, lautet eine Aufforderung, die im Lauf der Pilot-Episode ganz deutlich zu vernehmen ist und sich einmal mehr nicht bloß auf die Handlung, sondern ebenso auf Snatch als Serie bezieht. Diese muss vielleicht einfach nur herausfinden, wie das Grundgerüst eines Kultfilms, der offenkundig in seiner Zeit gefangen ist, ordentlich geupdated werden kann. Nur so wird es Snatch möglich sein, in Zukunft auf eigenen Beinen stehen, anstatt ständig zurück auf das Vergangene zu schielen und die nächste Zeitlupenaufnahme von Fäusten, die im Scheinwerferlicht auf nackte Oberkörper treffen, im verworrenen Schnitt aufpoppen zu lassen. „I haven’t even started to live my dreams yet, mate.“ Hoffentlich bezieht sich auch dieser Satz aus dem Mund von Femme fatale Lotti Mott (Phoebe Dynevor) auf die Serie und steht am Ende nicht nur als leeres Versprechen im Raum. Dann könnte Rupert Grint endlich die Schweine und Diamanten jagen.

Snatch © Crackle

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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