SS-GB – Season 1, Episode 1 – Recap

SS-GB - Season 1, Episode 1 - Recap

Als das bessere The Man in the High Castle habe ich SS-GB auf moviepilot bezeichnet. Dabei bleibe ich vorerst auch, selbst wenn sich die BBC-Produktion in den nächsten Wochen noch beweisen muss, um am Ende des Jahres einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

[…] Ehe sich Douglas versieht, findet er sich in der denkbar ungünstigsten Situation auf dem Planeten wieder. Denn ein Mordfall auf britischem Boden erlangt die Aufmerksamkeit von SS-Offizier Dr. Oskar Huth (Lars Eidinger), der gekonnte als Antagonist eingeführt wird, ohne lange Zeit überhaupt in Aktion zu treten. Schnell ist klar, dass sich Douglas inmitten einer Verschwörung großen Ausmaßes befindet, die darüber hinaus persönliche Züge angenommen hat, da der Widerstand auf ihn aufmerksam geworden ist. „They want to control me“, muss Douglas mit Erschrecken feststellen, als die Situation zu eskalieren droht. Da er sich dazu herabgelassen hat, die dreckige Arbeit der Nazis zu erledigen, droht ihm nun ein zweiter Feind aus den eigenen Reihen. Robert Wade und Neal Purvis bringen das Dilemma des Protagonisten gekonnt auf dem Punkt: Egal, welche Entscheidung er trifft, ewig wird er nicht alle Felder auf diesem Schachbrett im Blick behalten können.

SS-GB serviert uns zum Auftakt ein beängstigendes Gedankenspiel mitsamt einem spannenden Krimiplot, der nur darauf wartet, in den folgenden Episoden sein gesamtes Potential zu entfalten. Besonders angenehm fallen dabei die Details, Logistik und Arbeitsvorgänge ins Auge, die in The Man in the High Castle dem reißerischen Tonfall zu Opfer fallen. SS-GB konzentriert sich auf die kniffligen Kompromisse zwischen den großen Heldentaten und begeistert darüber hinaus mit einer beklemmenden Atmosphäre inklusive Film noir-Touch, in der Lars Eidinger allen Ekel aus sich herausspielen kann, den er zu bieten hat. Bleibt nur zu hoffen, dass die Spurensuche alsbald mit Ergebnissen belohnt wird und die Möglichkeiten der alternativen Geschichtsschreibung vernünftig ausgereizt werden. Dann könnte SS-GB am Ende womöglich noch viel mehr erzählen, als die Pilot-Episode im Rahmen ihrer 60 Minuten Laufzeit andeutet.

SS-GB © BBC

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias


YOU MAY LIKE