Stranger Things – Season 1, Episode 1 – Recap

Stranger Things - Season 1, Episode 1 - Recap

Ein bisschen E.T., ein bisschen Stand By Me und ein bisschen The Thing: Stranger Things unternimmt eine Reise in die Vergangenheit und lässt den Geist des fantastischen Kinos der 1980er Jahre erneut aufleben. Dass es sich dabei jedoch nicht bloß um eine große Verbeugung handelt, ist pures Glück. Matt und Ross Duffer haben ein Werk geschaffen, das nicht nur zurückblickt, sondern lebt. Auf moviepilot habe ich versucht, diese wundervolle Serie in Worte zu fassen: Stranger Things – Pilot-Check zur spielberg-esken Mystery-Serie

[…] Diese Offenheit ist es letzten Endes auch, die Stranger Things langfristig auszeichnet: War Super 8 seinerzeit bemüht, voller Ehrfurcht die ikonischen Momente aus E.T. – Der Außerirdische und Co. zu imitieren, so verfangen sich die Duffer-Brüder maximal oberflächlich in dieser nostalgischen Nummernrevue. Hat die Geschichte erst einmal Fuß gefasst, offenbart sich Stranger Things nicht bloß als behutsames Abbild einer Generation an Filmen, wie sie in dieser Eigenart heutzutage scheinbar nur noch in einem rückblickenden Modus vorstellbar sind. Nein, Stranger Things schließt nahtlos an den Geist jener Filme an, als hätten die knapp drei Dekaden danach niemals stattgefunden. Wo sich Super 8 darum bemühte, jenen Außerirdischen zurückzubringen, der einst nach einem schicksalhaften Telefonat die Erde verließ, tut Stranger Things einfach so, als hätte es das Telefonat (noch) nicht gegeben.

Als wäre die erste Episode von Stranger Things gestern auf VHS-Kassette anstelle der Plattform eines Streaminganbieters veröffentlicht werden, bewegen sich die Duffer-Brüder völlig selbstverständlich in einer Zeit, in der Ronald Reagan Präsident war und der Rubik-Würfel die Welt verändern konnte. Mit diesem Bewusstsein geht auch der erfreuliche Umstand einher, dass Stranger Things nicht den Fehler macht und zum verklärenden Porträt des Zeitgeistes verkommt. Wie schon die Filme von Steven Spielberg, John Carpenter und Wes Craven bedeutend mehr erzählten, als etwa die fest in Genres verankerten Handlungen ihrer Filme erwarten ließen, versehen die Duffer-Brüder ihre Erzählung ebenso mit zusätzlichen Untertönen. Schnell ist klar: Das Verschwinden des Jungen ist womöglich das kleinste Problem in Hawkins, einem mustergültigen Ort der amerikanischen Idylle. […]

Stranger Things © Netflix

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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