Taken – Season 1, Episode 1 – Recap

Taken - Season 1, Episode 1 - Recap

Erinnert sich noch jemand an Taken und seine unrühmlichen Fortsetzungen? Wie dem auch sei: NBC dachte sich letztes Jahr bei den Upfronts, dass eine Serien-Umsetzung davon gar keine schlechte Idee sei. 30 Jahre früher soll die Geschichte spielen und erzählen, warum aus Bryan Mills der Mann geworden ist, der er geworden ist. Das größte Problem ist nur: Offenbar war Bryan Mills schon immer dieser Mann. Die Pilot-Episode von Taken  ist folglich nicht nur eine Enttäuschung, sondern sogar eine ziemliche Katastrophe. Auf moviepilot: Taken – Pilot-Check zur Prequel-Serie, in der Liam Neeson fehlt

[…] Ohne das dürftige 96 Hours-Franchise überbewerten zu wollen, besaß zumindest das erste Segment eine bestimmte Ausstrahlung: Bryan Mills als heruntergekommenes Wrack, das zum Schutz seiner Familie sämtliche moralischen Grenzen überschreitet, ist durchaus ein faszinierender wie tragischer Zeitgenosse, der besonders von den unausgesprochenen, aber offensichtlich vorhandenen düsteren Flecken in seiner Vergangenheit zehrte. Wenn wir jedoch der ersten Episode des Serien-Updates Glauben schenken dürfen, dann war Bryan Mills schon immer der Typ, der sich in schwarze Pullis und Mäntel hüllte und vorzugsweise via Handy mit brummender Stimme wahlweise Warnungen oder Drohungen aussprach. Alexander Cary lässt die Chancen der Vorgeschichte völlig ungenutzt – nicht einmal die Timeline ist in diesem Quasi-Reboot von Belang: Anstelle der 1970er Jahre ist Taken der Einfachheit halber schlicht in der Gegenwart angesiedelt.

Dieser Umstand raubt der erschöpften Prämisse jegliche Kraft und zusätzlich zur unveränderten Übernahme der Bryan Mills-Figur kopiert Alexander Cary ebenfalls das Umfeld, in dem er sich bewegt. Erneut geht es um den Verlust eines Menschen, der ihm sehr am Herzen liegt, konkret handelt es sich in diesem Fall um seine kleine Schwester. Was folgt, sind unzählige Schüsse und grimmige Blicke. Bryan Mills ist genau in seinem Element, leider vermittelt die Serien-Adaption kaum ein Gefühl dafür. War in den Filmen wenigstens noch eine gewisse Härte des Gezeigten spürbar, ordnet sich das Geschehen der Pilot-Episode gehörig den Regeln eines Procedurals unter, das gleichermaßen lustlos wie lieblos die undankbarsten Facetten einer NBC-Produktion zum Ausdruck bringt. In Taken geht es bloß darum, einem Phantom hinterherzujagen – allerdings ohne die Bereitschaft, sich tatsächlich mit diesem Phantom auseinanderzusetzen. […]

Taken © NBC

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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