The Exorcist – Season 1, Episode 1 – Recap

The Exorcist - Season 1, Episode 1 - Recap

Nachdem FOX mit Pitch einen Mega-Piloten hingelegt hat, überzeugt The Exorcist nur bedingt. Basierend auf William Friedkins gleichnamigen Horrorklassiker, der wiederum auf der gleichnamigen Romanvorlage von William Peter Blatty basiert, hat Creator Jeremy Salter eine Serie geschaffen, die sich atmosphärisch gerne auf den Pfaden des Originals wandelt, bisher allerdings noch keine eigene Vision besitzt. Wenn ich mir gerade aber die Pilot-Checks meiner Kolleg*innen zu Lethal Weapon und MacGyver durchlese, muss sich wohl gestehen, dass es bedeutend schlimmer hätte kommen können. Der Rest zu The Exorcist steht hier: The Exorcist – Pilot-Check zur Serien-Adaption des Horrorklassiker

[…] So gekonnt Jeremy Salter in den ersten 45 Minuten ein Gefühl für die verschiedenen Figurentypen durchblicken lässt, mit denen wir es in den nächsten Episoden zu tun bekommen, thematisch werden bloß die üblichen Konflikte einer Exorzisten-Geschichte abgespult. Spätestens ab der zweiten Hälfte der Pilot-Episode stellt sich blinde Routine ein. The Exorcist ist nicht langweilig, spannend jedoch genauso wenig. Eine Sache passiert einfach nach der anderen, sodass irgendwann der Eindruck entsteht, es gibt in dieser Welt nichts mehr zu entdecken, das von Wert ist. Da kann die eingangs erwähnte Atmosphäre noch so viele Schauer über den Rücken jagen. Sobald die Rance-Familie Opfer dämonischer Heimsuchungen wird, verlässt sich Jeremy Slater blind auf das übliche Frage-Antwort-Spiel zwischen den Figuren. Von der durchdringenden Kraft eines William Friendkins ist hier kaum etwas übrig geblieben, der Exorzist in Serie vermag erschreckenderweise gar nicht mehr zu erschrecken.

Am Ende stellt sich zudem die Frage, in welche Richtung The Exorcist in Zukunft gehen wird. Ausgehend von der Pilot-Episode wurden wegweisende Brotkrumen nur sehr zögerlich verteilt. Auf der einen Seite könnte Chicago und die Rance-Familie den übergeordneten Handlungsbogen der 1. Staffel bilden. Auf der anderen Seite wäre eine Supernatural-eske Buddy-Serie mit Alfonso Herrera und Ben Daniels denkbar, die sich im Demon of the Week-Muster verirrt. Damit würde sich FOX zumindest treu bleiben und ein neues Procedural aus dem Boden stampfen, das sich gleich dem Abgang von Minority Report anschließen kann. „The power is in the repetition“, heißt es in The Exorcist. Das mag in der entsprechenden Szene eine nette Punchline sein, übertragen auf die Serien-Adaption an sich offenbart sie sich jedoch als böses Omen. Eigentlich sollte eine Exorzisten-Serie im Jahr 2016 mehr als Wiederholung können. Da lohnt es sich vielleicht alternativ lieber einen Blick auf die themenverwandte Comic-Adaption Outcast zu werfen. Ansonsten müssen wir auf das von James Ray besungene Wunder hoffen.

The Exorcist © FOX

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
Matthias

Letzte Artikel von Matthias (Alle anzeigen)



YOU MAY LIKE