The Mandalorian – Season 1, Episode 5 – Recap

The Mandalorian

Zurück auf Tatooine: Die fünfte Folge von The Mandalorian wagt sich direkt ins Krieg der Sterne-Territorium und pausiert an einigen allzu vertrauten Orten. Zuerst erleben wir aber eine wilde Verfolgungsjagd im Weltraum, denn der Mandalorianer (Pedro Pascal) wurde von einem weiteren Kopfgeldjäger ausfindig gemacht, der es auf Baby Yoda abgesehen hat. Das Spektakel steht hier deutlich im Vordergrund, dennoch wird es – wie bisher die meisten Actionszenen der Serie – von einer absichtlichen Holprigkeit begleitet. Dave Filoni, der dieses Mal als Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion fungiert, behält damit den eigenwilligen Rhythmus von The Mandalorian bei, verfehlt aber den Sprung ins größere Abenteuer.

Obwohl The Mandalorian regelmäßig Brotkrumen streut, die zu einer größeren Geschichte führen, zieht sich die Serie schlussendlich in den kleinen Rahmen seiner überschaubaren Episoden zurück. Diese Übersichtlichkeit besitzt durchaus ihre Vorzüge und bringt auch eine gewisse Gemütlichkeit mit. Gleichzeitig lässt sie die Weite der Galaxis vermissen, wenngleich die bisher gezeigten Welten durchaus faszinierend sind. Auch das vertraute Tatooine lernen wir in The Gunslinger, so der Titel des fünften Kapitels, aus einer neuen Perspektive kennen. Viel Zeit ist vergangen, seitdem sich Luke Skywalker und Obi-Wan Kenobi auf den Weg nach Mos Eisley gemacht haben – und sie hat definitiv ihre Spuren hinterlassen.

Aufgespießte Stormtrooper-Helme empfangen den Mandalorianer und künden von den Unruhen, die offenbar nach dem Untergang des Imperiums auf Tatooine herrschten. Der Raumhafen, der für gewöhnlich zwielichtige Gestalten anzieht und all jenen ein Zuhause bietet, die nicht gefunden werden wollen, gleicht einer ausgestorbenen Westernstadt. Ungewohnt menschenleer sind nicht nur die Straßen, sondern ebenfalls ikonische Star Wars-Orte wie die Mos Eisley Cantina. Von der Band, die den Laden mit Leben füllt, ist weit und breit keine Spur zu entdecken, ebenso von all den finsteren Zeitgenossen, die im trüben Licht ihre krummen Geschäfte besiegeln. Verloren wirkt dieser Ort, der einst wie die Pulsader des Weltraummärchens wirkte.

Zwar haben inzwischen auch Droiden Zugang zur Cantina, was L3 sicherlich freuen dürfte, doch ansonsten wirken die Räume kalt und leer. Nur Möchtegern-Cowboys wie Toro Calican (Jake Cannavale) treiben sich hier noch herum und versuchen, in einem der letzten verbleibenden Systeme aufzusteigen. Zusammen mit dem Mandalorianer, der dringend ein paar Credits benötigt, um sein Schiff zu reparieren, will er die Söldnerin Fennec Shand (Ming-Na Wen) schnappen. Geld spielt für ihn dabei keine Rolle. Stattdessen träumt er davon, in die Kopfgeldjägergilde aufgenommen zu werden – vorzugsweise als Legende, selbst wenn er dafür bereits im Rahmen seines ersten Auftrags seinen frisch gewonnenen Partner verraten muss.

Dadurch kommt fraglos Schwung in die Kopfgeldjäger-Geschichte, während sich The Mandalorian verstärkt die abgründigen Facetten dieser gesetzlosen Welt erkundet. Leider gehört Toro Calican zu den bisher unausgegorensten Figuren der Serie. Im Endeffekt ist er nur der Schatten einer unglücklichen Han Solo-Variation und fügt sich kaum in den Rest der Episode ein, die immer mal wieder Richtung The Searchers von John Ford schielt. Viel eindrücklicher gestaltet der überraschende Auftritt von Amy Sedaris als verschrobene Mechanikerin Peli Motto. Als hätte Ellen Ripley einen Abstecher ins Star Wars-Universum unternommen, wacht sie über einen Landeplatz auf Tatooine, stets in Gesellschaft von drei Pit Droids.

Wo Jake Cannavels kläglicher Kopfgeldjäger wie ein steriler Fremdkörper wirkt, der sich in der Wüste von Tatooine verlaufen hat, reißt Amy Sedaris ihre Rolle mit einer Selbstverständlichkeit an sich, als hätte sie ihr ganzes Leben im Kuddelmuddel von Mos Eisley verbracht. Vom Auf- und Niedergang irgendwelcher Ordnungen lässt sich ihre Peli Motto nicht beeindrucken. Vielmehr erkennt sie schlicht, was notwendig ist, und schreckt nicht davor zurück, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen, besonders im Bezug auf die dürftigen Vaterinstinkte des Mandalorianers. Sie ist ein herrlicher Weirdo in einer Folge, die ansonsten dann am besten ist, wenn sie ein trauriges, in Gedanken versunkenes Lied in der ungewohnten Leere Tatooines anstimmt. 

The Mandalorian © Disney+