The Night Of – Season 1, Episode 1 – Recap

The Night Of - Season 1, Episode 1 - Recap

HBO mag zwar aktuell ein bisschen in der Krise stecken. Der jüngste Neustart des Kabelsenders kann sich trotzdem sehen lassen: Mit The Night Of wandeln Richard Price und Steven Zaillian auf den Spuren der BBC-Serie Criminal Justice von Peter Moffat. Die erste Episode fungiert dabei als extraordinärer Kick-off für eine Krimi-Drama-Format, das in den nächsten Wochen noch für atemberaubende Serienunterhaltung sorgen dürfte. Was Show Me a Hero im vergangenen Jahr war, könnte The Night Of 2016 werden. Jegliche Empfehlung sei hiermit ausgesprochen. Auf moviepilot steht auch noch ein bisschen genauer, warum: The Night Of – Die Miniserie aus dem Hause HBO im Pilot-Check

[…] Verloren in der urbanen Tiefe New Yorks verwandelt sich The Night Of hintergründig in ein aufmerksames Porträt von Stadt und System, das im Verlauf der 90-minütigen Premiere ein unglaubliches Bewusstsein für das ständige Wechselspiel zwischen Setting und Figuren entwickelt. Wenn es nicht gerade Polizisten oder Passanten sind, fällt Naz die eigene Familie in den Rücken und konfrontiert ihn mit dem Umstand, dass er anders ist. Selbst an dem wohl aufgeschlossensten Ort der Metropole, Jackson Heights, ist Naz ein Fremder, der im Wettstreit der Identitäten unsicher seine eigene Stimme sucht und niemandem etwas Böses will. Naz ist einer, der vergeblich versucht, ein guter Mensch zu sein und alles richtig zu machen. Zu groß und zahlreich sind allerdings die Fettnäpfchen, die seine Umgebung im Sekundentakt offenbart. Niemals könnte ein solch zerbrechlicher Protagonist für den Mord an einer genauso hilflosen Person verantwortlich sein. Oder vielleicht doch?

Selbstverständlich verzichtet The Night Of im Rahmen der Pilot-Episode auf die detaillierte Schilderung des Tathergangs, um die Ungewissheit für die nächsten sieben Stunden zu wahren. Gleichzeitig wissen die kreativen Köpfe, dass diese Bebilderung überhaupt nicht der Kern des Geschehens ist, denn wichtig ist vor allem das, was um den Mord herum passiert. Diese Vorgänge bekommen wir nach Naz‘ Festnahme, einer Abfolge unglücklicher Zufälle, die entgegen ihrer Ironie einem plausiblen roten Faden folgen, präzise aufgefächert – und das alles in der Ruhe der Nacht. Selten war das ausschließliche Abarbeiten des Protokolls spannender und in gewisser Weise auch beruhigender. Konzentriert verfolgen Steven Zaillian und Richard Price jede Kleinigkeit und wie diese von den Figuren wahrgenommen wird. Ein Messer in der Brusttasche kann nicht ewig unbemerkt bleiben, Blutspuren am Taxi verschwinden dafür in der Dunkelheit, wenngleich sie nicht offensichtlicher sein könnten. […]

The Night Of © HBO

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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