The Walking Dead – Season 7, Episode 11 – Recap

The Walking Dead - Season 7, Episode 11 - Recap

Was für ein Ärgernis: Mit Hostiles and Calamities liefert The Walking Dead die bis dato verworrenste Episode der ansonsten ziemlich guten siebten Staffel ab. Aber irgendwie kommt hier gar nichts zusammen, obwohl es eigentlich ein Kinderspiel wäre. Naja, bleibt zu hoffen, dass der Ausrutscher nächste Woche wieder vergessen ist. Ehrlich gesagt hat mich schon lange kein Kapitel aus der Zombie-Apokalypse so ratlos zurückgelassen. Immerhin gibt es ein paar richtig starke Augenblicke zwischen all dem Chaos. Und alleine für die lohnt es sich, einzuschalten. Wenn Negan am Ende im Türrahmen steht – woah! So ein kleiner, aber feiner Moment! Auf moviepilot: The Walking Dead – Staffel 7, Episode 11 im Recap

[…] Doch was ist mit Amber, die ab einem gewissen Punkt ständig Erwähnung findet, jedoch nie die Chance erhält, ihre Position zu verteidigen? Ähnlich ergeht es Sherry, die sich lediglich via Voice-over zur Wort meldet und Dwight einen berührenden Brief hinterlassen hat, der sich in all seiner Offenheit etwas überstürzt anfühlt. Versteht sich The Walking Dead für gewöhnlich sehr gut darin, Figurenkonflikte lange Zeit brauen zu lassen, bevor sie ihren großen Pay-off erfahren, wird Sherry zu schnell aus dem Hintergrund in den Vordergrund katapultiert, wo sie lediglich Dwights Schmerz untermauern soll. Ein ärgerlicher Umstand, funktionierte Negans Handlanger bisweilen als spannendes Element im größeren Gefüge dieser Staffel. Irgendwie will David Leslie Johnson aber nicht wirklich an dieses faszinierende Eigenleben der Figur glauben. Stattdessen degradiert er Sherry, eine weitere Figur mit unverbrauchtem Potential, zur Stichwortgeberin, die sich in ihrer kolportierten Existenz komplett Dwight unterwirft.

Größe beweist in diesem Durcheinander lediglich Kari Skogland, die entgegen der wirren Drehbuchzeilen eine Inszenierung abliefert, die größtenteils routiniert, in einigen wenigen Augenblicken allerdings überragend ist. Es sind kleine, aber feine Momente, die subtil das unangenehm Böse heraufbeschwören, wie es vor allem in puncto Negan bisher definitiv zu wenige gab. In den letzten Minuten von Hostiles and Calamities passiert es jedoch, dass sich Eugene in sein Kämmerlein zurückgezogen hat, einen Plan ausheckt und sich über sein Gurkenglas hermacht. Es klopft an der Tür und Negan tritt herein. Die Kamera zoomt langsam auf seine ikonische Erscheinung inklusive Lucille über den Schultern, während sich Bear McCreary auf musikalischer Ebene in bedrohliche Klangwelten wagt, wie sie für gewöhnlich in den Filmen von David Lynch zu finden sind. „May I come in?“, fragt er. Eine Antwort ist gar nicht von Nöten, denn die Gänsehaut übermannt sowohl Eugene als auch uns Zuschauer.

Was bisher geschah:

The Walking Dead – Season 7, Episode 1: The Day Will Come When You Won’t Be
The Walking Dead – Season 7, Episode 2: The Well
The Walking Dead – Season 7, Episode 3: The Cell
The Walking Dead – Season 7, Episode 4: Service
The Walking Dead – Season 7, Episode 5: Go Getters
The Walking Dead – Season 7, Episode 6: Swear
The Walking Dead – Season 7, Episode 7: Sing Me a Song
The Walking Dead – Season 7, Episode 8: Hearts Still Beating
The Walking Dead – Season 7, Episode 9: Rock in the Road
The Walking Dead – Season 7, Episode 10: New Best Friends

The Walking Dead © AMC

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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