Thief (Michael Mann, 1981)

Thief (Michael Mann, 1981)

Wenngleich er sich in den vergangenen Jahren sehr rar auf der großen Leinwand gemacht hat, gehört Michael Mann zu den letzten großen Auteurs der aktuellen Filmlandschaft. Während viele seiner Kollegen und Kolleginnen am Digitalbild verzweifeln, beschwört er Welten im Kino herauf, die stets einem unfassbaren Rausch gleichen. Zuletzt demonstrierte er mit Blackhat einen kleinen Kunstgriff, was seine Fertigkeiten mit dem neuen Medium angeht – ganz zu schweigen von der rohen Eskalation in Miami Vice, die in ihrer visuellen Gestaltung bis heute unerreicht ist.

Wenn Jamie Foxx und Colin Farrell in dunkelster Nacht durch die Straßen von Miami fahren, scheint der – ebenso atemberaubende – Kompromiss von Collateral (seinerzeit sowohl mit herkömmlichen 35mm-Panavision-Kameras als auch dem digitalen Thomson-VIPER-FilmStream-System gedreht) endgültig Geschichte zu sein. Doch Michael Mann ist nicht nur in digital eine Wucht: Das körnige Flimmern in den Metropolen der Welt nahm bereits 1981 mit Thief, gedreht auf 35mm, seinen Anfang, als James Caan als stummer Einzelgänger sein Unwesen in den Straßen von Chicago trieb.

Auf der Suche nach einem bescheidenen Leben in geordneten Bahnen offenbart sich diesem ein letzter Clou als genickbrechende Hürde. Wer auch immer diese Menschen sind, die sich zu Beginn eines jeden Films von Michael Mann ins Geschehen stürzen, es sind nicht die gleichen, die es rund zwei Stunden später wieder verlassen. Verändert werden sie durch den nassen Asphalt sowie der Reflexion von Lichtern in der Nacht. Am Ende sprühen Funken, getrieben von einem pulsierenden Soundtrack, der selbst 25 Jahre später nichts von seiner aufwühlenden Kraft verloren hat.

Thief, ein Screenshot-Essay.

Thief © OFDb Filmworks

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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