Wenn Serien ihre Regelmäßigkeit verlieren

Was passiert, wenn Serien ihre Regelmäßigkeit verlieren?

Früher konnte man nach der Ausstrahlung neuer Staffeln die Uhr stellen. Im Zeitalter des Peak TV sieht das jedoch anders aus. Aufwendige Produktionen, kreative Freiheiten und verschiedene Veröffentlichungsformen haben dazu geführt, dass einige Serien sich erst nach einer längeren Pause wieder im Fernsehen zurückmelden. Warum das so ist und was das bedeuten könnte, darüber habe ich mir auf moviepilot ein paar Gedanken macht: Was passiert, wenn Serien ihre Regelmäßigkeit verlieren?

Als es vor ein paar Monaten hieß, dass Game of Thrones dieses Jahr erst später auf HBO ausgestrahlt wird, als es in den vorherigen Jahren der Fall war, konnte regelrecht ein raunender Aufschrei in den unendlichen Weiten des Internets vernommen werden. Noch länger warten! Als wäre der bisherige Jahresabstand nicht schon genug gewesen. Wenngleich das Warten eine verheerende Bürde ist, so hat sich in der Serienlandschaft zumindest die Sicherheit eingependelt, dass die Rückkehr einer geliebten Serie, so sie denn verlängert wurde, ungefähr stets zur gleichen Zeit im Jahr stattfindet, was vor allem der linearen Routine der großen Networks zu verdanken ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Alleine die Startdaten der bevorstehenden Herbstsaison beschwören im Programm von ABC, CBS, FOX, NBC und The CW jedoch ein ungemeines Gefühl an Regelmäßigkeit herauf – ganz im Gegensatz zu FX, wie es unter anderem die Vanity Fair beobachtet.

Der Kabelsender machte erst kürzlich durch die Verschiebung der neuen Staffel von It’s Alway Sunny in Philadelphia auf sich aufmerksam, da breitete sich seit letzter Woche auch die große Ungewissheit über den Fortgang von Fargo aus. „Es gibt vielleicht keine weitere Fargo-Staffel. Es sei denn, [Serienschöpfer] Noah [Hawley] hat eine Idee für Fargo, die er für genau so gut wie die ersten drei hält“, heißt es in einem Statement von Senderchef John Landgraf, das aufhorchen lässt. Nicht nur wurde damit eine der aktuell meistdiskutierten Serien in eine unbestimmte Zukunft verbannt, sondern dem kreativen Kopf dahinter die Zeit zugestanden, sich gründliche Gedanken machen. Ein Umstand, der im auf Einschaltquoten basierendem Seriengeschäft (viel zu) selten ist. Dennoch könnte Fargo Teil einer größeren Entwicklung sein. Nicht zuletzt zeigte sich FX in der Vergangenheit des Öfteren mutig, wenn es darum ging, gegen den Strom zu schwimmen. […]

Game of Thrones © HBO

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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