World of Tomorrow – Kritik

World of Tomorrow - Kritik

World of Tomorrow: Wenn in einer Viertelstunde die Welt von morgen in sich zusammenbricht. Ein Videoanruf von einem fremden Ort, aus einer fernen Zeit. Die dritte Generation meldet sich mit Erinnerungen bei der Unschuld, die noch vollkommen frei von solch verklärenden Gedankenfetzen ist. Erinnerungen um der Erinnerungen Willen – und ja, Emily Prime wird, soll und kann sie nicht verstehen. Was sie daran hindert? Vermutlich nur ein Instinkt, ein kindlicher Schutzmechanismus und vielleicht kann sie auch nur dank ihrer vermeintlich naiven Weltauffassung nach dieser unglaublichen sowie unfassbaren Raum-Zeit-Odyssee wieder an den Ort des Ursprungs zurückkehren. Was in der Zwischenzeit passiert, ist grausam, traurig und wundervoll zugleich. Die Flucht der Vergänglichkeit in Unendlichkeit und trotzdem verschwimmt letztendlich alles zu einer Fantasie, fußend auf einer Erinnerung. Einer Erinnerung an die Gegenwart, die nur dann ihren vollen Wert erhält, wenn sie längst hinter einem liegt. Aber warum ist der vergangene Moment erst im Rückblick so wertvoll? Eigentlich müsste die Begegnung mit Emily Three das kleine Mädchen vollkommen ratlos und verstört zurücklassen. Emily Prime lässt sich von dieser düsteren Zukunftsvision aber nicht irritieren, sondern freut sich über die Farben ihrer Autos genauso sehr wie über die Farben ihrer Umgebung. Am Ende hat sich also doch etwas verändert, nämlich die Welt von morgen, ganz beiläufig und womöglich sogar ganz unbewusst.

World of Tomorrow © Don Hertzfeldt

Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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