X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Post Credit Scene

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Post Credit Scene

Was passiert vor dem Abspann? Die Welt befindet sich am Abgrund. Innerhalb weniger Minuten skizziert Bryan Singer eine unerbittliche Comic-Dystopie, die mit X-Men: Days of Future Past Einzug in den Mutanten-Mikrokosmos gehalten hat. Die Sentinels jagen unsere liebgewonnen Helden rund um den Globus. Ein Prolog so düster wie kein zweiter im X-Men-Franchise zuvor. Dank Kitty Pride (Ellen Page) können Professor X (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) jedoch im Anschluss den hellauf begeisterten Wolverine (Hugh Jackman) in der Zeit zurückschicken, um ein Attentat seitens Mystique (Jennifer Lawrence) zu verhindern. Infolgedessen könnte die Geschichte der Menschheit langfristig mit einem wohligeren Ausgang als dem jetzigen bedacht werden. Unterstützt wird Wolverine bei diesem ambitionierten Vorhaben mehr oder weniger freiwillig von Charles (James McAvoy) und Erik (Michael Fassbender). Außerdem flitzt später noch Quicksilver (Evan Peters) in einer atemberaubenden sowie denkwürdigen Sequenz in Ultrazeitlupe durch die Gegend – natürlich überaus adäquat begleitet von Jim Croces Time in a bottle.

Was passiert nach dem Abspann? Nachdem die Zukunft gerettet, die Vergangenheit verändert und Bolivar Trask (Peter Dinklage) sowie die gesamte Menschheit eines Besseren belehrt wurde, präsentiert X-Men: Days of Future Past wie zuletzt The Wolverine eine Post-Credit-Scene, die Gewaltiges ankündigt. Eine gigantische Menschenmenge hat sich um eine Anhöhe in Ägypten versammelt. Als wäre es ein heiliges Mantra wiederholt die Masse die Worte En Sabah Nur, während ein bläulicher Mutant mit seinen Kräften die Pyramiden von Gizeh zusammensetzt. Die Macht ist zweifelsohne mit diesem jungen Mann, bei dem es sich um niemand Geringeren als den übermächtigen Antagonisten Apocalypse (aka En Sabah Nur) handelt. Während der zukünftige Gegenspieler der X-Men sein Tagwerk vollbringt, erscheinen im Hintergrund am Horizont vier Reiter (War, Pestilence, Famine & Death) und der Mini-Teaser für X-Men: Apocalypse ist perfekt. Bleibt nur die Frage, ob diese Szene nach dem Abspann sich später als ähnlich irrelevant entpuppt wie das Aufeinandertreffen von Magneto und Professor X am Flughafen im Rahmen des jüngsten Wolverine-Solo-Abenteuers.

X-Men: Days of Future Past © 20th Century Fox
Matthias

Matthias

Matthias mag Filme genauso sehr wie Serien und wäre gerne bei der ersten Mondlandung dabei gewesen. Ansonsten ist er regelmäßig Lost In Translation, was neben The Empire Strikes Back auch einer seiner Lieblingsfilme ist. Laut Werner Herzog schaut er zu viel ins Internet. Das ist sein Problem.
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  • Alexander Matzkeit

    Mit der Irrelevanz hast du absolut recht. Das habe ich mir auch gedacht, wie das zusammenpassen soll. Eigentlich schade, eine vertane Chance.

    • Beeeblebrox

      Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Post-Credit-Scene aufgrund ihrer inflationären Verwendung zum obligatorischen Übel verkommen ist. Seitdem sich die Vernetzung des MCUs mit Szenen nach dem Abspann finanziert, läuft alles nur noch darauf hinaus, dass das Gezeigte ein (voreiliger) Quasi-Teaser ist. Dass die Post-Credit-Scene auch anders funktionieren kann (wie etwa als nette Pointe auf den eigentlichen Film), scheint dabei jeder zu vergessen – wenngleich ich den narrativen Gedanken eigentlich mag.

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