Charlie’s Angels – Kritik

Charlie's Angels

Bereits Anfang der 2000er Jahre eroberte die US-amerikanische Serie Charlie’s Angels in Form eines Kinofilms die große Leinwand – und zwar mit Starbesetzung: Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu verkörperten die titelgebenden Geheimagentinnen. Ihr erstes Abenteuer wurde mit einer Fortsetzung belohnt, ehe die Engel aus dem Kino verschwanden und lange Zeit kein Lebenszeichen mehr zu vernehmen war. Über eine Dekade später versammelt Elizabeth Banks nun ein neues Team, um die Welt zu retten, und setzt auf vielversprechende Namen: Kristen Stewart, Naomi Scott und Ella Balinska heißen die neuen Engel. Ihre erste Mission ist eine holprige, aber manchmal auch unterhaltsame.

Doch wie passt der neue Charlie’s Angels-Film überhaupt ins Gesamtbild des Franchise? An einem Reboot ist Elizabeth Banks nicht interessiert. Stattdessen schlägt sie einfach ein neues Kapitel in der Geschichte der Engel auf und fokussiert sich darauf, das frische Team zu etablieren. Zu Beginn der Handlung geht dieses noch getrennte Wege, ehe Sabina (Kristen Stewart), Jane (Ella Balinska) und Elena (Naomi Scott) nach und nach zusammengeführt werden. Während die ersten beiden bereits reichlich Erfahrung im Kreis der Geheimorganisation gesammelt haben, stolpert Elena völlig unvorbereitet in Agentenwelt, was uns Zuschauern die Möglichkeit gibt, diese durch ihre Auge zu entdecken.

Schnell steht allerdings fest: Sehr viel gibt es hier nicht zu entdecken. Das ebenfalls von Elizabeth Banks geschrieben Drehbuch stützt sich zu sehr auf Genrekonventionen und spult geradezu jede obligatorische Station ab, die es in den vergangenen Jahren in Agentenfilmen zu sehen gab. Wenngleich die Schauspielerinnen fraglos eine einnehmende Energie mitbringen, können sie nur schwer gegen den müden Plot und die enttäuschenden Set Pieces anspielen. Alles passiert halbherzig im Vorbeigehen, ohne dass eine Szene wirklich aufgebaut wird und sich entfalten kann. Eingezwängt wirkt dieser Film, der eigentlich nur darauf wartet, endlich aus seinen Schranken auszubrechen, um mit seinen motivierten Engeln durchzustarten.

Mitunter fühlt sich Charlie’s Angels fast so an, als wäre er im Korsett eines einfallslosen Actionfilms der 2000er Jahre gefangen, was auch durchaus seinen eigenen Charme mitbringt, schlussendlich aber eine enttäuschende Grundlage für den Einstand von Kristen Stewart, Ella Balinska und Naomi Scott darstellt. Dieses Trio hätte einen besseren Film verdient, der sie selbstbewusst als Actionstars an die Spitze des Blockbuster-Kinos katapultiert. Sobald es ihnen gelingt, den Film für ein paar Minuten an sich zu reißen, macht Charlie’s Angels unglaublichen Spaß und offenbart ein Herz für seine Figuren. Dann sitzen die Engel erschöpft auf einem Boot zusammen und Kristen Stewart schneidet Grimassen. Das ist auch etwas wert.

Charlie’s Angels © Sony Pictures