Shazam! – Kritik

Shazam!

Durch die Augen eines Kindes entdeckt Shazam!, der neuste Film aus Warners DC-Universum, was es bedeutet, ein Superheld zu sein. Es ist eine aufrichtige Begeisterung für das Heldentum, die die Geschichte des jungen Billy Batson (Asher Angel) durchströmt, der von einem alten Zauberer (Djimon Hounsou) als Nachfolger auserwählt wird und sich fortan in den Superhelden Shazam (Zachary Levi) verwandeln kann. Keine Sekunde vergeht, da steht anstelle eines Jungen ein erwachsener Mann auf der Straße und protzt mit seinen Muskeln, die durch den roten-goldenen Anzug mitsamt wehendem Cape zum Vorschein kommen.

Im Voraus als Mischung aus dem klassischen Superman und Big mit Tom Hanks umschrieben ist nicht zu leugnen, dass Shazam! durchaus seinen Charme besitzt und uns Teil dieses aufregenden Abenteuers werden lässt. Gemeinsam mit Billy, der alles andere als ein vorbildlicher Junge ist, entdecken wir die geradezu unbegrenzten Möglichkeiten, die sich dank ungeahnter Superkräfte offenbaren. Plötzlich ist er frei – nach all den Niederlagen, die er als verlorenes Kind in der Welt einstecken musste. Emotional geerdet in einer tragischen Erzählung geht es hier folglich nicht um das Weltretten mit großen Gesten.

Stattdessen funktioniert Shazam! dann am besten, wenn sich der Film auf Billy und die Ersatzfamilie konzentriert, die er im Verlauf der Handlung findet. Das von Henry Gayden geschriebene Drehbuch besitzt einen klaren roten Faden, weiß allerdings wenig zu überraschen: So durchdacht die Motive im Hintergrund sind: Shazam! hat sich zu sehr den konventionellen Mustern des Superhelden- und Coming-of-Age-Films verschrieben. Kein frecher One-liner kann verschleiern, dass der Film Ideenreichtum lieber behauptet als tatsächlich auszuleben. Spätestens im finalen Akt gelangt er somit an den Punkt, an dem die meisten Geschichten dieser Art scheitern.

Obwohl Protagonist und Antagonist gekonnt parallel zueinander eingeführt und aufgebaut werden, versagt Shazam! bei der entscheidenden Konfrontation seiner Figuren und liefert uns einen trostlos gestalteten Endkampf, der nicht nur viel zu lang geraten ist, sondern endgültig zum Zeugnis des mangelhaften Gespürs für bewegte Bilder wird. David F. Sandberg, der wie Aquaman-Regisseur James Wan aus dem Horrorfach stammt, ist schlicht überfordert, eine wiedererkennbare DNA zu entwickeln. Genauso leer wie austauschbar gestalten sich die filmischen Räume, die sich im Rahmen seiner Inszenierung auftun. 

So steht Shazam! verloren zwischen den vergangenen DC-Filmen, die fraglos von einer eigenwilligen Vision durchdrungen wurden, und denen, die uns in Zukunft erwarten. Todd Phillips Joker mit Joaquin Phoenix und Cathy Yans Birds of Grey mit Margot Robbie besitzen nach den ersten Einblicken schon mehr Profil und Eigensinn als Shazam!, der mit Zachary Levi als Hauptdarsteller leider auch nicht den erhofften Besetzungscoup gelandet hat. Zu bemüht versucht dieser, das Kind im Körper eines Erwachsenen durchblitzen zu lassen und schafft damit nur Momente, die sich schnell ermüden.

Shazam! © Warner Bros.